Boxer Leon Harth setzt voll auf den Profisport

Einen Plan B gibt es für den 27-jährigen Deutsch-Armenier nicht

Louis Kuhnert

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Hoch konzentriert: Der voll fokussierte Leon Harth beim Sparring in Berlin. - © Privat
Hoch konzentriert: Der voll fokussierte Leon Harth beim Sparring in Berlin. (© Privat)

Detmold. Wer kennt sie nicht, die ganz Großen des Boxsports. Die Klitschko-Brüder, Arthur Abraham, Mike Tyson und nicht zuletzt Muhammad Ali. Antreten vor den ganz großen Kulissen der Welt. Bestimmt von knallhartem Training und dicken Sponsorengeldern. Diesen Traum haben viele junge Boxer. So auch der 27-jährige Lipper Leon Harth, von Beruf Profi-Boxer. 

Der Deutsch-Armenier bestreitet am morgigen Samstag im Maritim Hotel in Berlin seine nächste Herausforderung gegen den Slowaken Vladimir Idranyi. Dieser Kampf ist einer von insgesamt neun Kämpfen bei der „ran-boxing-fight-night". Ausgestrahlt werden diese Kämpfe im Internet auf ran.de sowie teilweise auch im Free-TV auf Sat1. Harths nächster Gegner, Vladimir Idranyi, ist aktuell die Nummer zwei des slowakischen Boxsports.

Information
Boxen im Livestream auf Sat1

Der TV-Sender Sat 1 überträgt im Rahmen der „ran-fight-night" den Interims-WM-Kampf der WBA im Supermittelgewicht zwischen Vincent Feigenbutz und Giovanni de Carolis live aus der Baden-Arena in Offenburg. Parallel hierzu misst sich WBO-Europameister Michael Wallisch im Schwergewicht mit dem Kroaten Ivica Bacurin in Berlin. Der Wallisch-Kampf plus die jeweiligen Vorkämpfe, unter anderem mit Beteiligung Leon Harths, ist im Livestream auf ran.de zu verfolgen.

Für den amtierenden GBU-Europameister ist der anstehende Kampf nach seiner Fingerfraktur im vergangenen Jahr ein Aufbaukampf. „Ich war eine Zeit lang verletzt, was mich in meinem Trainingsprogramm natürlich etwas zurückgeworfen hat", so Harth. Doch jetzt ist die Leidenszeit vorbei. Mittlerweile trainiert er wieder und bereitet sich auf den Kampf gegen Idranyi vor.

49 Wochen im Jahr verbringt der 27-jährige in seiner Wahlheimat Detmold und trainiert täglich mit seinem Kraft- und Konditionstrainer Andreas Müller im Sportpark Lippe. Dieser findet nur lobende Worte für seinen Schützling: „Leon ist ein sehr talentierter Boxer. Er ist enorm schlagfertig und hat das Zeug, ein ganz Großer zu werden".

Das wichtigste Training für einen Boxer sei das Kraft- und Konditionstraining. Damit befasse man sich fast das gesamte Jahr über. „Viele Leute denken, dass ein Boxer vor allem Muskeln braucht, aber das ist nicht ganz richtig. Wichtig ist es, Kraft für einen Schlag zu entwickeln", erklärt Andreas Müller. So trainieren die beiden täglich miteinander. Auch abseits der Trainingshalle sind beide gut befreundet und unternehmen in ihrer Freizeit einiges zusammen. Drei Wochen vor einem Kampf geht Leon Harth dann ins Sparring. Dort werden die Fähigkeiten im Ring weiter verbessert.

Der Deutsch-Armenier beschreibt sich selbst als ruhigen und zurückhaltenden Typen. Dennoch hat er seine Ziele fest im Blick. „Ich glaube fest an mich. Ich wollte schon immer Profi-Boxer werden und dafür trainiere ich jeden Tag sehr hart." Dass jeder Boxer ein Vorbild in der Branche hat, kann er bestätigen: „Natürlich hat man seine Vorbilder. Es wäre komisch, wenn es nicht so wäre. Ich zum Beispiel habe immer Mike Tyson bewundert."

Einen Plan B, falls es mit dem großen Traum nicht klappen sollte, habe er nicht. „Wenn du Profi-Boxer werden willst, musst du das rund um die Uhr im Kopf haben. Danach richtet sich dein Leben." Neben dem harten Training und den Kämpfen gibt es aber noch andere sehr wichtige Faktoren für einen Boxer. „Wichtig ist eine geregelte Ernährung mit möglichst wenig Kalorien."

Die größte Priorität im Boxsport läge allerdings auf der Sponsorengewinnung. Andreas Müller erklärt: „Es ist tatsächlich so, dass sich die Kämpfe mit Sponsorengeldern erkauft werden müssen. Wenn der Boxer diese Kämpfe bestreitet, kann er sich im Ranking hocharbeiten."

Man sei immer wieder auf der Suche nach neuen Sponsoren, die an Leon Harths Erfolgsweg teilhaben wollen. Und der, da sind sich viele Experten einig, ist noch lange nicht zu Ende.

www.leon-harth.de

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