Detmold. Das lippische Tischtennis verliert sein Aushängeschild: Die TTS Detmold zieht ihre erste Herren-Mannschaft aus der Regionalliga zurück und tritt ab 2016/17 freiwillig drei Klassen tiefer an. Vorsitzender Sebastian Schäfer möchte künftig den Schwerpunkt intensiver als bisher auf den Nachwuchsbereich legen.
Die Planungen für die Landesliga laufen derzeit auf Hochtouren. Klar ist bisher, dass das obere Paarkreuz mit Christian Reichelt und Marian Maiwald genauso den Verein verlässt wie Jonas Bormann. Reichelt und Bormann schließen sich dem NRW-Ligisten aus Wewer an, Marian Maiwald geht nach Wuppertal. Patrick Jazwiec, Felix und Moritz Ostermann sowie Eddi Petiwok (weilt derzeit in Australien), haben über ihre sportliche Zukunft noch keine Entscheidung gefällt.
„Lange haben wir hin und her überlegt. Zusammen mit Christian Reichelt kämpfte ich für eine Zukunft in der Oberliga, aber die Klasse zu erhalten und gleichzeitig finanzielle Ressourcen an den Nachwuchsbereich abzutreten – das funktionierte nicht", erläuterte schweren Herzens Sebastian Schäfer, seit 2006 Vorsitzender des Vereins und im Hauptberuf als Leiter einer Entwicklungsabteilung bei Phoenix tätig.
Ende 2015 hatte Schäfer einen Prozess innerhalb des Klubs angeschoben und die Mitglieder (150 insgesamt) dazu aufgerufen, die Zukunft des Vereins gemeinsam zu gestalten. Das Ergebnis der Workshops: Der Basis ist der Nachwuchs, das Vereinsleben und die Qualität des Trainings am wichtigsten. Der TTS-Chef: „Wir wollen nicht von Fusion zu Fusion schlittern. Um Kontinuität und Stabilität für die Zukunft zu erlangen, brauchen wir eine bessere Nachwuchsförderung. Nachhaltigkeit schafft Identifikation."
Folge für die Oberliga-Mannschaft war, dass der Etat (liegt im oberen viertstelligen Bereich) gekürzt wird. Das Echo der Spieler sei laut Sebastian Schäfer „gemischt" gewesen: „Ein Kompromiss funktionierte nicht, so dass sich der neue Weg für mich zwar hart, aber richtig anfühlt und zukunftsweisend ist. Der Schnitt ist sauber und konsequent. Wechselschluss ist erst Ende Mai."
Und wie lautet nun das Ziel für die Zukunft? Schäfer will in fünf Jahren im Nachwuchsbereich „das Zugpferd" sein: „Ich bin mir sicher, dass unsere Sponsoren den Weg mitgehen." Ein tragfähiges Konzept für den Nachwuchsbereich wurde bereits erstellt, nun gilt es, in den nächsten Wochen „Fakten in den Details zu schaffen", erläutert Schäfer.
Das Ende einer Ära
Mit der Verpflichtung von Patrick Jazwiec, der heute noch an Position drei aufschlägt, begannen die richtig erfolgreichen Jahre im Detmolder Tischtennis. Seit 2008 spielt der TTS, der aus den Fusionen zwischen Detmold und Jerxen (1998) sowie mit Klüt (2012) entstand, mindestens in der Oberliga. 2009/10 und 2012/13 schlug die erste Mannschaft in der Regionalliga auf.
Die Zeit in der Oberliga endet für Detmold nun mit dem Doppelspieltag am nächsten Wochenende. Samstags geht es zum Dritten aus Neuss, sonntags zum Vorletzten aus Holzbüttgen. Mit einem Zähler würde der Klassenerhalt sportlich gelingen.