Bewegender Abschied von Arminias Stadionsprecher Lothar Buttkus

Der Verein hat für den verstorbenen Lothar Buttkus eine öffentliche Trauerfeier organisiert. 300 Anhänger kamen auf die Alm. Präsident Hans-Jürgen Laufer hielt eine bewegende Rede.

David Knapp

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DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer neben der Urne von Lothar Buttkus. Auf dem Stadionschirm das Porträt des Stadionsprechers. - © Sarah Jonek
DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer neben der Urne von Lothar Buttkus. Auf dem Stadionschirm das Porträt des Stadionsprechers. (© Sarah Jonek)

Bielefeld. Dort, wo bei jedem Heimspiel 35 Jahre lang seine Stimme durch die Lautsprecher schallte, dort nahmen gestern Hunderte Abschied von Lothar Buttkus. Die Schüco-Arena sollte Ort der Würdigung eines positiven, verrückten und leidenschaftlichen Menschen sein, der Arminia bis zum Schluss ein steter Begleiter war.

„Es ist ein sehr emotionaler Moment für mich. Ich bin sehr traurig, weil wir einen Menschen verabschieden, den wir für immer in unseren Herzen tragen", sagte DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer sichtlich ergriffen und bedankte sich für die tollen Momente, die er mit seinem Weggefährten verbringen durfte.

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Christian Venghaus, Veranstaltungsleiter bei Arminia: „Lothar war bekannt und beliebt. Seine Stimme erklang in der Schüco-Arena. Er war aber auch als DJ bekannt."

Obwohl Lothar Buttkus die „Stimme der Alm" war, gab es für ihn auch eine Zeit vor Arminia. Alte Freunde berichteten von den 1970er Jahren, als Buttkus im Dixi Platten auflegte und bei den Feiernden für gute Stimmung sorgte.

Ein Sympathieträger – auch im Bielefelder Nachtleben

Albrecht Lämmchen, Buttkus’ Vorgänger als Stadionsprecher bei Arminia, erinnerte sich bei der Trauerfeier: „Da gab es einen flotten Mann aus dem Dixi. Der könnte doch auch Stadionsprecher werden, hieß es damals beim DSC."

Zur Saison 1983/1984 übernahm Buttkus das Mikrofon in der Sprecherkabine und „blieb bei uns in guten wie in schlechten Zeiten."
Vor drei Jahren hatte Lämmchen Stadionsprecher Buttkus für sein
ehrenamtliches Engagement mit der goldenen Verdienstnadel ausgezeichnet.

Während der Trauerfeier wurden einige Lieblingslieder von Lothar Buttkus gespielt: „Knockin’ on Heaven’s Door" von Bob Dylan und „Heroes" von David Bowie – Lieder, die zu der Zeit erschienen, als Buttkus selbst noch in den Bielefelder Klubs Musik auflegte.

Jedes Heimspiel wird von nun an komisch sein

Buttkus war ein Sympathieträger – im Bielefelder Nachtleben und auf der Alm. In der Schüco-Arena wird seine Stimme fehlen: „Jedes Heimspiel wird von nun an komisch sein, weil ein Platz in der Sprecherkabine frei
bleibt", sagte Sebastian Wiese, der als DSC-Stadionsprecher mit Buttkus
das Mikrofon teilte: „Wir können ihn nicht ersetzen. Was wir machen
können, ist, ihn weiter in Erinnerung zu behalten." Die große Anteilnahme in der Schüco-Arena trug diesen Worten Rechnung. „Lothar wäre glücklich gewesen, wenn er gewusst hätte, dass wir uns hier versammeln", sagte Wiese.

Zum Abschluss der Trauerfeier konnten die Arminen an der Urne von Buttkus persönlich Lebwohl sagen. Noch einmal schallte seine Stimme durch die Lautsprecher, noch einmal wurde ihm zu Ehren die Hymne gespielt. Es war ein würdiger Abschied für eine positive, verrückte und leidenschaftliche Persönlichkeit.

Information

DSC seit 1983

Lothar Buttkus wurde am 28. März 1947 in Neustadt in Holstein geboren. Er war seit 1983 Stadionsprecher auf der Alm, zuletzt auch bei den Spielen der U-23-Mannschaft auf der Rußheide. Buttkus sagte Torschützen sowie Platzverweise an. Schon als junger Mann war er leidenschaftlicher DSC-Fan.

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