Detmold. Während sich die Menge beim 28. Residenzlauf auf der letzten Runde noch mit dem lippischen Landregen rumquälte, stand Elisas Sansar mit bloßem Oberkörper in der Tür zum Rathaus und wrang sein Shirt aus. 32:03 Minuten bedeuteten Platz eins. Zum elften Mal. Doch richtig zufrieden war der zwölfmalige Hermannslaufsieger nicht. „Ich wollte schon eine 31:30er Zeit laufen. Aber anfangs war ich zu müde. Das kam von einem harten Tempo-Dauerlauf, den ich am Mittwoch im Wald am Donoperteich gemacht habe. Nach hinten raus wurde die Strecke dann auch noch etwas glatt", meinte der 39-jährige Champion, der sich erst in Runde drei von seinem Verfolger Florian Borchert (32:55; TSVE Bielefeld) lösen konnte. Vor sechs Monaten hatte ihn Borchert in Wiedenbrück in der letzten Runde noch überholt. Doch mit dem einsetzenden Regen holte Sansar in der dritten Runde den entscheidenden Vorsprung heraus. Dritter wurde Gabriel Bertolini (34:53) vom Landestheater Detmold. Bei den Frauen siegte über 10 km ebenfalls eine Lokalmatadorin. Stefanie Strate (37:28 min) aus Pivitsheide startete allerdings für den SV Brackwede. Auf den Plätzen landeten Annika Hermann (LG Oerlinghausen) und Yvonne Volz (Menden). Über 2,5 km hießen die Sieger Enno Tennstedt (LG Lippe-Süd) und Sarah Johanna Marx (Brackwede). Über 1,5 km kehrten Maatis Büsching (Vlotho), Eva Maria Marx und und Till Wegener (Detmold) als erste ins Ziel. Als stärkstes Team wurde der Buenavista Fitness-Club ausgezeichnet, der von seiner Base vor dem Detmolder Hof mit 120 Läufern mitwirkte. „Bereits am Morgen waren wir beim Xletix, einem Extrem-Hindernislauf in Stadtoldendorf, mit 50 Teilnehmern ebenfalls die stärkste Gruppe", war Geschäftsführer Thomas Kruse sichtlich stolz. Eindrucksvoll war auch die Darbietung von Andre Hauswerth aus Nieheim, der mit Helm und 20 kg schwerer Feuerwehrmontur für die Firefighters OWL auf die 10 km-Strecke ging. „Jeden Monat machen wir mindestens einen Lauf, um Spenden für Menschen zu sammeln, die an Muskeldystrophie Duchenne erkrankt sind. Doch in diesem Monat sind es gleich drei Läufe, weil ich unbedingt mal an meinem Arbeitsort in Detmold starten wollte", meinte Hauswerth. Nachhaltigkeit braucht Ausdauer Wort zum Sport von Jörg Hagemann Vor 40 Jahren wurde er zum ersten Mal ausgetragen. Der Detmolder Residenzlauf. Willi Stiegmann hatte die Idee aus Lippstadt mitgebracht. Auch jenseits der 80 half der Mann der ersten Stunde wieder als Ordner am Bruchberg mit und freute sich, dass mit dem dreijährigen Lasse inzwischen die vierte Generation seiner Familie beim Residenzlauf auf die Strecke geht. Doch es sind nicht nur diese oder ähnliche Episoden, die den lippischen Stadtläufen in Detmold, Lage, Lemgo oder Oerlinghausen besonderen Charme verpassen. Löblich finde ich auch, dass beim 28. Residenzlauf-Happening das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt ist. Von den 1800 Bechern, die die Stadtwerke Detmold an ihrer Wasserbar austeilten, war der Großteil ungebleicht und ökologisch abbaubar. Die vitaminreichen Äpfel wurden statt mit einem Aufkleber mit Lebensmittelfarbe bedruckt und auf Gummibärchen oder Luftballons als Gimmicks wurde komplett verzichtet. Das sind nur kleine Schritte. Aber: Einen Marathon absolviert man nicht im Sprint. Da ist Ausdauer gefragt.