Kamen-Kaiserau/Kreis Lippe. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Diese Frage werden sich am Mittwoch einige Fußball-Anhänger gestellt haben, als der FLVW mittags die angekündigte Pressemitteilung veröffentlichte. Ausführlich steht darin die Empfehlung des Verbandsfußball-Ausschusses (VFA) zur Wertung der aktuellen Saison. Auf den zweiten Blick ist es gar nicht so schwierig. Oder doch? Die LZ beantwortet die wichtigsten Fragen. Was bedeutet die Empfehlung für Lippe? Aus der A-Liga Lemgo steigt der TBV auf. Denn: Nach Quotientenregel (Punkte durch Spiele) liegt er mit 2,5 vor TuS Lipperreihe (2,444) und SC Bad Salzuflen (2,421). Für Lipperreihe ist es „sehr unglücklich gelaufen“, wie es Bernhard Brandt, Vorsitzender des Kreisfußball-Ausschusses, in Worte kleidete. Über die Hinrundentabelle hätte noch eine Tür aufgehen können, doch auch hier liegt der TBV aufgrund des besseren Torverhältnisses vorne. Das zählt. Im Detmolder Kreisoberhaus dürfen sich TuS WE Lügde als aktueller Tabellenführer nach Quotientenregel und SVE Jerxen-Orbke (bestes Team der Hinrunde) freuen. Aus den B-Klassen gehen BSV Müssen und TuS Eichholz-Remmighausen (Detmold) sowie SG Bega/Humfeld und TuS Lockhausen aus den Lemgoer Staffeln hoch. Wie geht es jetzt weiter? Es ist Wunsch des VFA, dass die Vorgaben auch auf Kreisebene umgesetzt werden. „Dafür ist ein Vorstandsbeschluss nötig“, sagt Werner Fritzensmeier, Chef des FuL-Kreises Lemgo. Über die Empfehlung berät die Ständige Konferenz am nächsten Montag (Fritzensmeier: „Ich gehe von Einstimmigkeit aus.“); letzte Instanz ist dann der Verbandstag im Juni. Er gilt als formaler Akt. Wie beurteilt Lippe die Empfehlung? „Wir hätten uns natürlich lieber über die gesamte Saison durchgesetzt, aber die Quotientenregel ist die fairste Lösung“, sagt Sven Krause vom TBV. Werner Fritzensmeier nennt die Empfehlung „ausgewogen, die gerechteste der ungerechten Lösungen“. Und: „Schön für Lippe ist, dass wir drei Aufsteiger in den Bezirk stellen dürfen.“ Hartmut Tegeler (Vorsitzender des Detmolder Fußball-Ausschusses) bewertete den VFA-Beschluss „sehr positiv. Wir müssen jetzt gucken, wie wir ihn umsetzen.“ Gibt es drei Aufsteiger aus der Detmolder B-Liga? Hartmut Tegeler wollte diese Frage gestern nicht beantworten. Denn: Sie ist knifflig. Auf der einen Seite ergibt eine 16er-Staffel mehr Sinn als eine Klasse mit 15. Aber wer soll als drittes Team aufsteigen? SF Oesterholz-Kohlstädt wäre nach Quotientenregel Dritter der aktuellen Tabelle, nach der Hinrunde belegte CSL Detmold Rang zwei hinter TuS Eichholz-R. Gibt es Meisterurkunden? „Nein, denn es gibt Aufsteiger, aber keine Meister“, erklärt Fritzensmeier. VFA schaute sich „alle Tabellen genau an“ - Die Empfehlung des Verbandsfußball-Ausschusses, zu dem das Präsidium bereits grünes Licht gegeben hat: Die Mannschaften, die nach der aktuellen Tabelle auf dem ersten Platz stehen, sollen aufsteigen. Sollten diese Teams nicht mit dem Ersten der Hinrunde übereinstimmen, soll zusätzlich der Erste der Hinrunde mitaufsteigen. In beiden Fällen ist die Quotientenregel anzuwenden. - Für die erste digitale Pressekonferenz des FLVW hatten sich 30 Vertreter angemeldet, bis zu 40 Personen waren gestern Nachmittag in der Runde. In erster Linie beantworteten Präsident Gundolf Walaschewski und Manfred Schnieders (Vizepräsident Amateurfußball) die Fragen. Die für zwei Stunden angesetzte Runde war nach 60 Minuten beendet. Laut Schnieders schauten sich die Verantwortlichen „alle Tabellen genau an. Es gab Härtefälle, die haben wir ausgeglichen.“ Auf Kreisebene liege die Kompetenz bei den jeweiligen Vorständen, so Walaschewski: „In Absprache sind Ausnahmen möglich.“ - Sollte der Empfehlungsbeschluss des VFA zum Tragen kommen, würden 223 Vereine in den Bezirksligen spielen (bisher 193).