Kreis Lippe. Ruhe, Fokussierung über einen langen Zeitraum – und Fehler sind quasi nicht erlaubt. So beschreibt der langjährige Trainer Dirk Schmidt (RSV Detmold-Klüt, TuS Bega) seine Sportart Bogenschießen. Südkorea sei die Bogensport-Nation schlechthin. Der 48-Jährige, der sich seit 35 Jahren diesem Hobby widmet, stellt ein paar Regeln und Begriffe vor. Bogenart Es ist ausschließlich der Olympische Recurvebogen zugelassen. Compound etc. sind nicht olympisch. „Der Recurvebogen wird mit drei Fingern gezogen, es gibt kein mechanisches Hilfsmittel. Der Compoundbogen hingegen besitzt eine mechanische Vorrichtung." Außerdem habe dieser im Gegensatz zum Recurve eine Vergrößerung im Visier. Disziplinen Einzel (Damen und Herren), Team (Damen und Herren) sowie neuerdings das Mixed-Team auf einer Distanz von jeweils 70 Metern stehen auf der Liste der Entscheidungen bei den Olympischen Spielen. Die Zielscheibe hat einen Durchmesser von 122 Zentimeter, die Wertung erfolgt von 1 bis 10 Ringe. Demzufolge, so Schmidt, betrage der Durchmesser der „10" 12,2 Zentimeter. „Und das ist quasi die Größe einer Untertasse." Die 10 und die 9 befinden sich auf der Zielscheibe im gelben Segment. „Die Top-Schützen treffen mehr als die Hälfte ihrer angezielten Pfeile in die 10." Einzel Zunächst schießen alle Sportler eine Qualifikationsrunde über 72 Schuss, Distanz 70 Meter, Maximum 720 Ringe. Der derzeitige Weltrekord liegt bei 702 Ringe, aufgestellt von Brady Ellison (USA). Anschließend erfolgen laut Schmidt die „Eliminations", in denen immer zwei Schützen direkt gegeneinander antreten. Die Paarungen ergeben sich aus der Quali: Platz 1 gegen Platz 64, Platz 2 gegen Platz 63 usw. Geschossen wird im Set-System. Die Sportler schießen je so genannte „Passe" drei Pfeile, jeweils alternierend. Wer die höhere Passe hat, erhält zwei Satzpunkte, der Gegner null. Bei gleicher Passen-Ringzahl erhält jeder Sportler einen Satzpunkt. Das Match gewinnt der Sportler, der als erster sechs Satzpunkte hat. Kommt es zu einem Gleichstand 5:5, so wird ein Shoot-Off mit einem Pfeil gemacht. Der Pfeil, der am nächsten zur Scheibenmitte sitzt (gemessen), gewinnt. Der siegreiche Sportler erreicht die nächste Runde, der unterlegene scheidet aus. Im Halbfinale erreichen die jeweiligen Sieger das Gold-Match, die Verlierer schießen um Bronze. Team Die Rangliste der Teams ergibt sich aus der Summe der Qualifikationsergebnisse aller drei Sportler einer Nation. Der grundsätzliche Ablauf ist der gleiche wie im Einzel. In einem Team-Match werden pro Passe 6 Pfeile geschossen (jeder Sportler 2 Schuss). Gewonnene Passe – 2 Satzpunkte; verlorene Passe – 0 Satzpunkte; Gleichstand – je 1 Satzpunkt. Im Team-Wettkampf gewinnt das Team, das als erstes fünf Satzpunkte erreicht. Shoot-Off ist bereits bei 4:4-Gleichstand. Im Shoot-Off schießt jeder Schütze des Teams nur einen Pfeil. Es gewinnt das Team mit dem höheren Ergebnis. Bei Gleichstand gewinnt das Team mit dem Pfeil am nächsten zum Scheibenzentrum. Mixed-Team Es bilden eine Sportlerin und ein Sportler einer Nation das Mixed-Team. Jeder Schütze hat zwei Pfeile pro Passe, also vier Pfeile insgesamt pro Passe. Punktevergabe, Shoot-Off etc. wie beim Team-Wettbewerb. „Bei der Deutschen Meisterschaft gab es erstmalig den Mixed-Wettbewerb. So weit ich weiß, ist er sehr gut angenommen worden."