Detmold. Sein letztes Handballspiel hat er mit 80 Jahren in Schlangen gepfiffen. Heute, zehn Jahre später, schaut er noch immer genau hin und ärgert sich über Fehler seiner Schiedsrichterkollegen, wie kürzlich im EM-Halbfinale, beim direkten Freiwurf des Franzosen Elohim Prandi. „Das Bein stand nicht ununterbrochen auf dem Boden“, reklamiert Horst Hölscher, der von 1957 bis 2014 selbst 57 Jahre lang die Pfeife im Mund hatte und am heutigen Montag seinen 90. Geburtstag feiert. Horst Hölscher, den alle nur „Johnny“ rufen, ist eine absolute „Sportskanone“. Handball entdeckte er mit 14 Jahren in der B-Jugend des TSV Detmold. Neben 46 Jahren als Spieler bekleidete er zahlreiche Funktionen im TV Heidenoldendorf, dem Detmolder TV v. 1860, HK Detmold und der HSG Detmold/Hiddesen. Unvergessen sind auch 15 Jahre mit Herbert Walkmann und Günter Freitag am Kampfrichtertisch in der Lüttfeldhalle bei Bundesligaspielen des TBV. OWL-Meister im Gewichtheben „Durch meine vielen Urkunden und Ehrungen finde ich kaum noch durch“, lacht Hölscher, der auch in anderen Sportarten seinen Mann stand. Den auch mit 90 noch immer kräftiger Händedruck führt der einstige Kundendienstleiter im Autohaus Sprick auf seine Zeit als Gewichtheber und Ringer im KSV und PSV Detmold zurück, wo er 1958 OWL-Meister im Halbschwergewicht wurde. Zwischen 1961 und 1976 gab er zudem „Gummi“, fuhr erfolgreich Rallye und war Rennleiter und Technischer Kommissar bei den Bergrennen auf der Gauseköte. Gefeiert wird die neunte Null in drei Etappen. Zunächst mit der Familie im Gasthof Zum Klüt, später im Kreis seiner Handballkollegen und schließlich mit der Alten Riege.