Horn-Bad Meinberg/Feldrom-Kempen-Veldrom. Friedolin Schäfers kennt sich aus. Mit langen Wegstrecken. 47 lange Jahre stand er als Gründungsmitglied dem SV Feldrom-Veldrom-Kempen voran. Jetzt gab der leidenschaftliche Sportler und Vereinspräsident mit 81 Jahren seinen Vorsitz an Doris Tito weiter. „Man muss bei vielen Dingen einen langen Atem haben“, sagt er. Einen langen Atem, um die vielen Dinge zu bewegen und sie auch bei Gegenwind voranzutreiben. Das zeigt sich bereits bei der Gründungsversammlung, an der die 55 Gründungsmitglieder zunächst einmal über den Vereinsnamen lebhaft diskutieren und abstimmen. Am Ende besteht Einigkeit im Ergebnis: Der Vereinsname setzt sich aus allen drei Orten zusammen, die auch vertreten sind. „Bei dem interessanten und außergewöhnlichen Namen brauchte ich mich niemals und nirgendwo zwei Mal vorzustellen“, erinnert sich Friedolin Schäfers mit einem Lächeln. Bereits im ersten Vereinsjahr verdoppelt sich die Mitgliederzahl. Heute sind es stolze 307 Mitglieder. Hilfe bei der Vereinsführung holt sich der Polizeibeamte in den ersten Jahren bei anderen Vereinen. Immer an seiner Seite: Ehefrau Mathilde. „Wir waren beide fast immer nur in der Sporthalle“ Selbst Eltern von zwei Jungs engagieren sie sich für das, was ihnen am Herzen liegt: für die Kinder- und Jugendarbeit und später auch für den Integrationssport. „Wir waren beide fast immer nur in der Sporthalle“, verraten sie das Erfolgsrezept einer guten Sportler-Ehe. Und der Erfolg in und außerhalb der Halle bei Wettkämpfen gibt ihnen recht: 1990 wird der Verein für seine Jugendförderung vom KSB Lippe ausgezeichnet. Auch, was die Bauprojekte anbelangt, schafft Friedolin Schäfers es immer wieder, seine Mitglieder zu Höchstleistungen zu motivieren und mitzuziehen. 1985, nach dem in Eigenleistung gebauten Bolzplatz, folgt sieben Jahre später nach Gründung eines Fördervereins die Sporthalle. Für die wird kräftig Papier gesammelt, um an das notwendige Baugeld zu kommen. Genaugenommen sind es am Ende Tonnen von Papier, die sich im Feuerwehrhaus stapeln und für eine 80.000 DM-Finanzspritze auf dem Weg zur eigenen Sporthalle mit unvergesslicher Halleneinweihungs-Feier sorgen. Nebenbei und unermüdlich beantragt Friedolin Schäfers Fördermittel, durch die die Vereinskasse immer wieder gefüllt wird. Als Träger des Ehrenrings des Kreises Lippe kennt Friedolin Schäfers die Wegstrecken. Auch sein eigener Sportler-Lebenslauf ist lang. Mit 21 Jahren entdeckt er seine Liebe und Leidenschaft fürs Laufen und hat bis heute an mehr als 20 Marathonläufen in New York, Amsterdam, München, Köln oder auch Berlin sowie an 42 Hermannsläufen teilgenommen. Bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften erläuft er sich zwei Mal den zweiten Platz in seiner Altersklasse. Ungezählt die Sportabzeichen, die er als Sportabzeichen-Obmann abnimmt. Im Hause Schäfers reicht es in jedem Fall mehrfach zum Sportabzeichen-Familienpreis. „Im Ziel anzukommen, ist das Wichtigste“ „Im Ziel anzukommen, ist das Wichtigste“, sagt er. Egal, wie weit der Weg dorthin auch sei. 49 Sportabzeichen, rund 20 Marathons und 42 Hermannsläufe später weiß der „Läufer a. D.“, wovon er spricht. Die Laufschuhe hat er inzwischen an den Nagel gehangen. Er ist aufs Fahrrad umgestiegen. Die Touren gemeinsam mit Ehefrau Mathilde mag er ebenso wie seine Einsätze bei den Vereins-Sportgruppen, wenn mal der Schuh drückt.Apropos Ehefrau Mathilde. Mit ihr hat er die 50-Jahres-Marke überschritten. Das Eheglück währt seit nunmehr 54 Jahren. Warum er das halbe Jahrhundert in der Vereinsspitze nicht voll gemacht hat, erklärt er liebevoll so: „An meiner Mathilde hat es nicht gelegen.“ Diese wartet bereits im Hintergrund mit dem Fahrrad auf ihren Mann. Dem Mann mit dem langen Atem.