Sprung auf Nichtabstiegsplatz: Arminia entführt 2:1-Sieg aus Leverkusen

Benedikt Riemer

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Ritsu Doan drückt den Ball nach einem beherzten Antritt vor Leverkusens Tapsoba und mithilfe der Unterseite der Latte zum 1:0 ins Tor. - © imago images/Ulrich Hufnagel
Ritsu Doan drückt den Ball nach einem beherzten Antritt vor Leverkusens Tapsoba und mithilfe der Unterseite der Latte zum 1:0 ins Tor. (© imago images/Ulrich Hufnagel)

Leverkusen. Keine 24 Stunden zuvor war Arminia erstmals auf einen direkten Abstiegsplatz gerutscht und Pessimisten dachten, dass der DSC diese nun nicht mehr verlassen würden. Doch als am Sonntagnachmittag ein kräftiger Graupelschauer über der Leverkusener BayArena niederging, sahen nur die Gastgeber wie begossene Pudel aus. Arminias Spieler strahlten: Sie hatten den klaren Favoriten dank eines reiferen Matchplans nicht unverdient mit 2:1 (1:0) in die Schranken verwiesen und waren mit dem Premierensieg von Trainer Frank Kramer - zum Schrecken der geballten Konkurrenz - wieder auf Rang 15 geklettert.

Zum zweiten Mal hatte Kramer gleich vier Spieler ausgetauscht. Kapitän Fabian Klos fand den Weg zurück in die Startformation, Masaya Okugawa und Christian Gebauer besetzten in der 4:4:2-Formation die vorderen Außenpositionen und Anderson Lucoqui, der in seiner Heimatstadt den verletzten Jacob Laursen vertrat, komplettierte als Linksverteidiger die Elf. So waren die Blauen trotz der Englischen Woche recht frisch - ein Faktor, der noch eine größere Rolle spielen sollte.

80 Prozent Ballbesitz für Leverkusen, doch Doan knipst

Bayer Leverkusen übernahm schnell und erwartungsgemäß die Spielkontrolle. Sobald das Passtempo erhöht wurde, lief Arminia hinterher. Und hatte Glück, als Moussa Diaby den einlaufenden Nadiem Amiri bediente, dieser aber freistehend knapp links vorbeizielte (7.). Doch bis zu 80 (!) Prozent Ballbesitz nützten den Hausherren zunächst wenig – ein Durchkommen fanden sie in der Folge kaum.

Der DSC präsentierte sich stattdessen just so wie sein vorheriger Gegner Werder Bremen vier Tage zuvor: abwartend, aber eiskalt. Denn als die Werkself einen ihrer wenigen Fehler im Spielaufbau beging, schaltete Manuel Prietl schnell, setzte den startenden Gebauer ein. Der fand in der Mitte Ritsu Doan – so einfach kann es gehen, der Außenseiter führte mit 1:0 (18.).

Ein perfekter Konter bringt das 2:0

Bis auf einen indirekten Freistoß, den Doan rechts am Tor vorbeisetzte (24.), spielte danach weiter nur Bayer 04, wurde aber nur selten gefährlich. Nur einmal musste Arminias Torhüter Stefan Ortega Moreno vor der Pause eingreifen: Gegen Demarai Grays Direktabnahme zeigte er eine überragende Flugparade (37.) und sicherte den Bielefeldern damit die Halbzeitführung.

Leverkusen reagierte und brachte in Leon Bailey und Lucas Alario zwei frische Angreifer von internationalem Niveau. Doch Arminia störte sich daran nicht, sondern legte nach: Nach einer starken Balleroberung von Arne Maier bediente dieser Anderson Lucoqui. Plötzlich stürmen drei Arminen gegen einen Gegner, Lucoqui fand Okugawa, der einen Haken schlug und den Ball mitten ins Tor beförderte (57.). Es war der perfekt ausgespielte Konter gegen sehr luftig und riskant verteidigende Leverkusener, Arminias Spielidee ging voll und ganz auf.

In der Schlussphase wehren sich die Blauen erfolgreich

Nun wütete Bayer, versuchte es aus allen Lagen, doch Amiri (60.), Moussa Diaby (63.) und Patrick Schick (69.) verpassten den Anschluss. Arminia stand unter Dauerfeuer, jeder gewonnene Zweikampf im eigenen Drittel wurde auch von der kleinen DSC-Delegation auf der Tribüne lautstark bejubelt. Minute für Minute rann von der Uhr, und je länger das Spiel andauerte, desto verzweifelter wurden die Versuche.

Doch ohne Spannung sollte es dann doch nicht vonstatten gehen: Patrick Schick verkürzte aus abseitsverdächtiger Position auf 1:2 (85.), der Videoschiedsrichter überprüfte und blieb bei seiner Entscheidung. Der eingewechselte Sven Schipplock verpasste die Entscheidung (90.+1), sodass Arminia sechs lange Nachspielminuten um den Dreier zittern musste. Dann gingen die Arme nach oben, Frank Kramer umarmte jeden, der sich nicht rechtzeitig wehren konnte. Arminia war nie raus, aber ist nun wieder mitttendrin im Rennen um den Ligaverbleib.

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