Anton braucht Auszeit: Lemgos A-Jugend bekommt neuen Trainer im Sommer

Jörg Hagemann und Dietmar Welle

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Zieht die grüne Karte: Lemgos A-Jugend-Trainer Leif Anton legt eine Pause ein. - © Jörg Hagemann
Zieht die grüne Karte: Lemgos A-Jugend-Trainer Leif Anton legt eine Pause ein. (© Jörg Hagemann)

Kreis Lippe. Der Handball bietet jede Menge Gesprächsstoff. Auch wenn die Ereignisse bereits 34 Jahre zurückliegen, wie die Reaktion von Herbert Anton auf ein LZ-Interview mit Klaus Theimann beweist. Dass Herbert Antons Sohn Leif seinen Posten als Trainer der Bundesliga-A-Jugend von Handball Lemgo im Sommer niederlegt, bietet ebenfalls Futter für die Handballfans, genauso wie der „Dosenöffner", der der HSG Blomberg-Lippe mit dem 31:25 über den VfL Oldenburg gelungen ist.

Trainerwechsel im Lemgoer Talentschuppen

Nach zwei Jahren als A-Jugendcoach legt Leif Anton zum Saisonende eine Pause ein. Aus gutem Grund. Im April hat sich zum zweiten Mal Nachwuchs angekündigt. „Da ich auch schulisch stark eingespannt bin, ist es mir wichtig, dass die Familie nicht auf der Strecke bleibt. Wie ich ohne täglichen Hallentag zurecht komme, muss ich sehen. Doch einen A-Jugend-Bundesligajob kann man nicht mal so eben zwischendurch erledigen", sagt Anton.

TBV-Geschäftsführer Jörg Zereike respektiert die persönlichen Gründe des A-Lizenz-Inhabers und hat Verständnis für Antons Auszeit: „Es ist ja nicht nur das tägliche Training mit der A-Jugend. Hinzu kommen am Wochenende ja auch noch die Spiele mit Vor- und Nachbereitung."

Intern hat Jörg Zereike die Nachfolge bereits geregelt. Jugendkoordinator Christian Plesser übernimmt zur neuen Saison wieder die U19. „Für die Youngsters arbeiten wir im Moment an einer Lösung", sagt Zereike ohne näher ins Detail gehen zu wollen.

Ein herzliches Echo auf 1983

Klaus Theimann (79) hatte sich kürzlich in seinem Abschiedsinterview als ältester lippischer Handball-Schiedsrichter an eine Partie in Holzhausen erinnert, nach der anschließend der Reifen seines Autos zerstochen war. Jetzt bekam er die Vorgeschichte noch einmal schwarz auf weiß serviert.

Herbert Anton, der das Interview Anfang Januar auf LZ.de gelesen hatte, war sogleich angefixt und forschte bei seinen alten Holzhauser Handballkameraden nach Details. Und die Kumpels erinnerten sich lebhaft. Im Verbandsligaderby zwischen dem VfB Holzhausen und TuS Nettelstedt II hatten Hetzel/Theimann im Februar 1983 gleich drei rote Karten gegen den VfB gezückt – unter anderem sogar gegen Zeitnehmer Schwenker.

Zudem sprachen sie insgesamt 14 Zeitstrafen aus. Klaus Theimann musste herzhaft lachen, als ihm Herbert Anton jetzt den Zeitungsausschnitt vom „Rot-Festival in Holzhausen" präsentierte. Obendrein gab es noch den Mailverkehr, in dem die einstigen Recken aus der Bürgerhalle die Vorgänge rekonstruiert hatten.

Spot-off, Spot-on

Die Punkte fünf und sechs hat Frauenhandball-Bundesligist HSG Blomberg-Lippe mit dem 31:25 gegen VfL Oldenburg ergattert und den Sprung auf Rang elf geschafft. „Wenn Oldenburg schwächelt, müssen wir da sein", hatte HSG-Trainer André Fuhr bereits im Vorfeld gesagt. Und wie die Blombergerinnen da waren.

Auffällig: Der neue Variantenreichtum im Rückraum. Fuhr hat mit Samara da Silva, Gisa Klaunig, Gordana Mitrovic und Silje Petersen vier Optionen auf der Spielmacherposition und mit Nele Franz ein Talent in der Hinterhand. Das gibt Sicherheit. Vor dem abschließenden Spiel der Hinrunde am Samstag, 4. Februar, um 20 Uhr in Nellingen haben sich Anna Monz und Co. das freie Wochenende verdient, das Fuhr nur mit sechs Punkten auf der Habenseite gewährte.

Guter Einfall und überraschend: Die neue Einlaufzeremonie mit einem Trailer auf der Videowand und die Spot-off-Spot-on-Atmosphäre. Doch das soll nicht vom Sport ablenken. Fuhr, der den sensationellen Auftritt von Alicia Stolle, die irgendwie komplett befreit wirkte, noch einmal würdigte: „Wir müssen gegen Nellingen nachlegen. Das ist so richtig wichtig."

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