Die Worte „Aktie“ und „Rente“ gehen in Deutschland angeblich schlecht zusammen. Deshalb hat die Ampelkoalition den ersten Schönheitsfehler ihres Rentenplans schnell bereinigt: Das Projekt heißt nicht mehr „Aktienrente“, sondern „Generationenkapital“. Am zweiten Fehler wird offenbar gearbeitet: Das Volumen war zu klein, um Messbares bewirken zu können.
An der dritten Schwäche ist nichts mehr zu ändern: Der geplante Fonds kommt zu spät und hat damit viele gute Jahre am Kapitalmarkt verpasst. Das ist umso bitterer wegen des vierten Fehlers: Letztlich soll das Kapital über Kredite aufgebracht werden, und die kosten mittlerweile Zinsen – mindern also die Rendite. So bleibt es sehr zweifelhaft, dass der Fonds sein im Koalitionsvertrag festgelegtes Ziel erreichen kann: Rentenniveau und -beitragssatz soll er stabilisieren.
Arbeitsminister Hubertus Heil wird diesen Anspruch wohl wiederholen, wenn er bald das angekündigte Rentenpaket vorstellt. Doch er sollte zugeben, dass das Generationenkapital im jetzt bekannten Rahmen – kreditfinanziertes Ansparen bis 2035 – die Löcher in der Rentenversicherung nicht ansatzweise stopfen kann. Es ist eher ein symbolischer erster Schritt Richtung Kapitaldeckung.
Junge Menschen sind schon einen Schritt voraus
Den hat die Generation, um die es bei all dem geht, allerdings schon lange gemacht. Viele Azubis und Studierende legen jeden Monat ihre Zehner für ETF-Sparpläne beiseite und organisieren ihre private Aktienrente – ohne staatliche Zuschüsse und hoffentlich auch ohne Kreditfinanzierung. Aktien und Rente gehen für sie selbstverständlich zusammen – wenn man früh genug anfängt und realistische Erwartungen hat.