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Proteste gegen Israel

Fehler der Regierung Netanyahu

Darf man das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser im Gazastreifen kritisieren, gar dagegen protestieren? Ja, man darf. Das ist angesichts des Leids der Palästinenser richtig. Da macht die israelische Regierung leider viel falsch. Ist die Kritik grundsätzlich antisemitisch? Nein. Aber es kommt auf die Art und Weise an.

In vielen Ländern gehen Menschen auf die Straße, stören Veranstaltungen wie den Schlagerwettbewerb ESC und andere, besetzen Uni-Gelände, um einseitig politisch Stimmung gegen Israel zu machen. Und genau das ist nicht in Ordnung, in der Art und Weise wie es teilweise läuft vom Recht auf Meinungsfreiheit nicht gedeckt. Da ist aktuell viel Antisemitismus dabei.

Politisch plumpe Stimmung gegen Israel zu machen, ist von der Verbrecherorganisation Hamas gewünscht und bei ihrem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 einkalkuliert, geradezu Teil davon. Die Terroristen haben erstens willige oder organisierte Helfer dabei und zweitens ihr eigenes Volk zum Opfer gemacht. Die Regierung Netanyahu ist in die Falle der Hamas getappt, weil nicht vorstellbar war und ist, wie skrupellos die Hamas ihre eigenen Landsleute dem schon im Oktober absehbaren Elend zum eigenen Nutzen ausliefert. Die Menschen in Gaza sind der Hamas völlig gleichgültig. Im Gegenteil, sie wollen deren Leiden, um Stimmung gegen Israel zu machen. Die Verantwortlichen dafür sitzen fein und sicher im Ausland.

Doppelstrategie gegen den Terror

Dieser Strategie hätte die israelische Regierung entgegengewirkt, wenn sie beim Einmarsch ihrer Truppen in Gaza zuerst einen wirklichen humanitären Bereich geschaffen hätte für friedliche Zivilisten und diese dort großzügig versorgt hätte. Die Zeit und die Macht dafür war vorhanden. Internationale Unterstützer hätte es sicher auch gegeben. Israel hätte so den Hamas-Terroristen den bösen Nährboden entzogen, der nun vermutlich weitere Generationen von Gewalttätern hervorbringt, weiterem Antisemitismus Vorschub leistet.

Die internationale Kritik an dem Waffengang wäre deutlich leiser ausgefallen. Diese Doppelstrategie – großzügige Hilfe für palästinensische Zivilisten, Härte gegen die Terroristen – hätte Israels Sicherheit und sein Ansehen in der Welt gleichermaßen genutzt. Sie hätte die weltweiten Proteste verhindert oder unglaubwürdig gemacht sowie Israel Anerkennung verschafft. Vielleicht sogar das Schicksal der Geiseln verbessert.

Freunde Israels haben es derzeit angesichts des Vorgehens der Regierung Netanyahu – bei allem Recht auf Selbstverteidigung – schwer.

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