Nicht ein mögliches Ausscheiden bei der anstehenden Fußball-WM wäre die größte Peinlichkeit des Gastgeberlandes. Schlimmer wäre es, wenn Hunderttausende Fans nicht rechtzeitig in die Stadien kämen, die schönen Bilder vom grünen Rasen durch unschöne Szenen an den Bahnhöfen oder gar in den Zügen verdrängt würden.
So ganz unbegründet ist diese Sorge nicht. In der letzten Zeit hat die Gewaltbereitschaft gewisser Fangruppen deutlich zugenommen. Und auch bei immer mehr Fahrgästen des normalen Bahnverkehrs ist die Lunte recht kurz geworden. Das belegt die wachsende Zahl der Übergriffe auf das Bahnpersonal. Beides zusammengenommen ist ein womöglich explosives Gemisch für das anstehende Großereignis.
Daher ist die vehemente Forderung der Bahngewerkschaft EVG nach einer ausreichenden Ausstattung mit Sicherheitspersonal für die Zeit der EM und auch darüber hinaus verständlich. Das gilt auch für deren Drohung, dass Züge stillstehen, wenn die Gefährdungslage als zu groß angesehen wird. Es ist nicht einzusehen, dass Zugbegleiter oder Kundenbetreuer für eine gesellschaftliche Fehlentwicklung im wahrsten Sinne den Kopf hinhalten sollen. Das rechtfertigt auch keine noch so attraktive Veranstaltung.