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«Stunde der Wintervögel»

Vögelzählen im Winter - so wird man Mitmach-Forscher

Zum 16. Mal ruft der Naturschutzbund Nabu die Menschen in Nordrhein-Westfalen zur Winterzählung der Vögel auf. Alle Interessierten sollen bei der Aktion «Stunde der Wintervögel» zwischen Freitag und Sonntag eine Stunde lang am Futterhäuschen vor der eigenen Haustür oder im Park Vögel beobachten und ihre Anzahl melden, teilte der Nabu NRW mit. Die bundesweite Mitmachaktion soll helfen, zu ermitteln, wie sich die Bestände häufiger Arten wie Amseln, Meisen oder Spatzen im Siedlungsraum entwickeln.

Die aktuell winterlichen Bedingungen seien dabei optimal, um Vögel anzutreffen, so der Nabu NRW. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen: «Dann sind die Vögel äußerst dankbar für die leicht zugänglichen Futterquellen», verrät Christian Chwallek, Vogelexperte beim Nabu NRW. Der Nabu hat weitere hilfreiche Tipps, wie jeder mitmachen und dabei etwas über die heimische Vogelwelt lernen kann.

Wie funktioniert die Aktion genau?

  • Beobachtet werden sollen Vögel, die sich im Siedlungsraum aufhalten, von einem festen Platz aus. Dazu kann man entweder im Garten rund ums Futterhäuschen schauen oder sich vom Balkon aus auf die Lauer legen. Gezählt werden kann aber auch woanders: Im Hinterhof, einem Park, einem Friedhof oder einem anderen Ort, wo Vögel leben oder vorbeifliegen.
  • Notiert wird jeweils für jede Vogelart die höchste Anzahl, die man in einer Stunde gleichzeitig sieht. Auch vorbeifliegende Vögel, die sich sicher bestimmen lassen, zählen mit. Wer versteckte Vögel sicher am Gesang erkennt, darf sie auch dazu zählen.
  • Nach der Vogelbeobachtung sollen Teilnehmer ihre Ergebnisse melden. Dies ist online auf der Seite des Nabu oder über die Nabu-App «Vogelwelt» möglich - anders als in den Vorjahren geht das nicht mehr telefonisch oder auf dem Postweg.

Welche Tipps gibt es für Vogelbeobachter?

  • Mitmachen kann jeder, der sich für Vögel interessiert und ein Rotkehlchen von einer Meise unterscheiden kann - oder es lernen will. Für alle, die sich sorgen, die Wintervögel nicht genau bestimmen zu können, bietet der Nabu auf der Seite vogeltrainer.nabu.de kurzweilige Trainingssessions, nach denen auch etwas seltenere Gäste am Vogelhäuschen erkannt werden dürften. Der Nabu bietet zudem eine Bestimmungsapp für gängige Smartphones an. Klassisch helfen auch Bestimmungsbücher weiter.
  • «Je mehr Menschen mitmachen, desto genauer wird unser Bild», wirbt Heide Naderer, Nabu-NRW-Vorsitzende, für die Teilnahme. Die Daten seien für den Vogelschutz äußerst wertvoll, weil sie Aufschluss über den Zustand der heimischen Vogelwelt im Siedlungsraum geben. Im vergangenen Jahr beteiligten sich mehr als 20.000 Menschen aus NRW.
  • Wer bei dem aktuellen Winterwetter Vögel auch mit Futter locken will, den bittet der Nabu auf hochwertiges Futter zu setzen - und zwar im Vogelhäuschen, Futtersilo oder einer anderen geeigneten Halterung: «Vogelfutter sollte niemals auf den Boden gestreut werden, da es dort leicht verdirbt und Ratten anlockt», so die Naturschützer.

Gemeinsam Zählen geht auch

  • Manche Ortsverbände des Nabu laden während des Wochenendes auch zu einer gemeinsamen Zählaktion mitsamt fachkundiger Exkursion ein - etwa in Köln, Frechen, Bochum oder Dortmund.
  • In der Woche nach der Aktion (12. bis 16. Januar) sind außerdem Schulklassen und Jugendgruppen gemeinsam mit ihren Lehrern oder Gruppenleitern aufgerufen, in einer «Schulstunde der Wintervögel» Tiere zu zählen. Auch diese Ergebnisse fließen in die bundesweite Zählung ein.

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