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Fußball-Bundesliga

Bundeskanzler Merz sieht glücklichen BVB-Sieg

Nur ein Last-Minute-Foulelfmeter hat Borussia Dortmund und Edelfan Friedrich Merz vor einer erneuten Enttäuschung bewahrt. Kapitän Emre Can sorgte mit seinem verwandelten Strafstoß nach Videoentscheid in der fünften Minuten der Nachspielzeit für kollektiven Jubel und dem 3:2 (1:0) im Bundesliga-Heimspiel gegen den FC St. Pauli.

Mit der Leistung dürfte das Team von Trainer Niko Kovac die 81.365 Fußballfans und Bundeskanzler Merz (CDU) aber kaum begeistert haben. Spielerische und technische Mängel sorgten lange Zeit für Verdruss.

James Sands (61. Minute) und der eingewechselte Ricky-Jade Jones (72.) glichen für den Außenseiter zum 2:2 aus, nachdem Julian Brandt (45.+1) und Karim Adeyemi (54.) den BVB trotz schwachen Spiels zuvor 2:0 in Führung geschossen hatten. Schon am ersten Spieltag hatten die Dortmunder beim 3:3 im Hinspiel eine 3:1-Führung verspielt.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schaute sich das Spiel an. - © Bernd Thissen/dpa
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schaute sich das Spiel an. (© Bernd Thissen/dpa)

Diesmal reichte es zum knappen und sehr glücklichen Sieg, nachdem Videoschiedsrichter Johann Pfeifer erkannt hatte, dass Jones den ebenfalls eingewechselten Maximilian Beier auf der Strafraumgrenze gefoult hatte.

Merz erstmals als Bundeskanzler im Stadion

Viel hätte somit nicht gefehlt und Merz, der normalerweise zuletzt nur bei Titel-Entscheidungen seinen Herzensverein unterstützt hatte, wäre wieder zum Unglücksraben geworden. Im Mai 2023 hatte der 70-Jährige in Dortmund das 2:2 gegen Mainz 05 gesehen, das die Meisterschaft gekostet hatte. Ein Jahr später hatte er in London das verlorene Champions-League-Finale gegen Real Madrid besucht. Zum ersten Mal als Kanzler sah er nun wieder ein Bundesligaspiel an der Seite seines Freundes Hans-Joachim Watzke, der inzwischen BVB-Vereinspräsident ist.

St. Pauli ärgerte den BVB erneut - stand am Ende aber mit leeren Händen da. - © Bernd Thissen/dpa
St. Pauli ärgerte den BVB erneut - stand am Ende aber mit leeren Händen da. (© Bernd Thissen/dpa)

Was Merz sah, dürfte ihm trotz des Sieges kaum gefallen haben. Wie schon beim 3:0 gegen Werder Bremen am Dienstag waren Spiel und Leistung des BVB in der ersten Halbzeit schlecht. Wie schon gegen Werder führten die Dortmunder zur Pause aber mit 1:0. In der Nachspielzeit setzte sich der bis dahin emsige, aber unglückliche Adeyemi auf der rechten Seite im Eins-gegen-eins durch und passte scharf vor das Gästetor, wo Brandt einschob.

Ohne dieses Tor wären die Pfiffe zur Halbzeit wohl ohrenbetäubend gewesen angesichts des bis dahin miesen Spiels. Lediglich nach einer knappen Viertelstunde hatten die BVB-Fans bereits den Torschrei auf den Lippen, doch St. Paulis Hauke Wahl rettete auf der Linie gegen Brandt.

BVB enttäuscht über weite Strecken

Kurz darauf hatte Dortmund sogar Glück, nicht in Rückstand geraten zu sein. Nach einem Freistoß der Hamburger zeigte Schiedsrichter Harm Osmers bereits auf den Punkt, da Fábio Silva den Ball mit der Hand abgewehrt hatte. Nach Studium des Videomaterials entschied Osmers aber, dass kein strafbares Handspiel vorgelegen hatte. Bis zur Nachspielzeit langweilten die Zuschauer sich dann. Das Spiel fand auf miesem bis mäßigen Niveau statt.

Auch nach der Pause leisteten sich die Dortmunder erstaunlich viele Stockfehler, erhöhten aber schnell auf 2:0. Im Umschaltspiel legte Brandt den Ball auf Fábio Silva, der erneut in der Startelf den Vorzug vor Serhou Guirassy erhalten hatte, obschon dieser gegen Bremen als Joker seine Torkrise beendet hatte. Silva legte den Ball weiter in den Lauf auf Adeyemi, der zum 2:0 einschob.

Das große Zittern ging dennoch los, weil sich die Dortmunder Defensive eklatante Schwächen leistete. St. Paulis Mittelfeldspieler Sands traf per Kopf zum 1:2, nachdem er sich gegen Can durchgesetzt hatte. Keine zehn Minuten später schlief Dortmunds Linksverteidiger Daniel Svensson gegen den eingewechselten Jones.

Bis zur Nachspielzeit musste der BVB eine erneute Enttäuschung wie im Hinspiel befürchten. Stattdessen jubelte das Stadion nach Cans Elfmeter schließlich über den Zittersieg.

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