Nazi-Rapper aus Gütersloh zieht Berufung zurück

Julian Fritsch akzeptiert damit seine Verurteilung von 2015

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Bielefeld/Gütersloh. Der unter dem Künstlernamen „Makss Damage" agierende Nazi-Rapper Julian Fritsch hat die Berufung gegen seine Verurteilung wegen Volksverhetzung und Verbreitung von gewaltpornografischen Inhalten zurückgezogen, das bestätigte der Vorsitzende Richter der für Freitag anberaumten Berufungsverhandlung. Damit ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft das Urteil des Amtsgerichts Bielefeld vom November 2015 rechtskräftig.

Damals hatte das Gericht den Studenten zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt. In dem Verfahren ging es hauptsächlich um zwei Rap-Titel des offen fremdenfeindlichen und antisemitischen Güterslohers. Bei „Die Faust geht zum Kopf" textet der Rapper, wie er das „Zeckenpack" „in den nächsten Zug nach ...wald" stecke.

In der ersten Verhandlung vor dem Amtsgericht hatte der Rapper erklärt, er habe die ersten Silben des ursprünglichen Worts „Buchenwald" durch Effekte unverständlich gemacht, da es ihm wichtig gewesen sei, sich nicht strafbar zu machen. Ein paar Zeilen später besingt der Student Seife und Lampenschirm in seinem Appartement.

Die Staatsanwaltschaft sah darin eindeutige Anspielungen auf Berichte, denen zufolge im Konzentrationslager Buchenwald aus dem Fett jüdischer Häftlinge Seife und aus deren Haut Lampenschirme hergestellt wurden. Das zweite beanstandete Lied beschreibt einen äußerst gewaltsamen Geschlechtsverkehr mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

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