Autofahrer lassen mehrfach Kinder nach Unfällen zurück

Lena Vanessa Niewald und Silke Derkum-Homburg

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Statt sich um die Kinde zu kümmern, beschimpfen einige Autofahrer die Opfer nach einem Zusammenprall - oder fahren einfach weiter. - © Symbolfoto: Pixabay
Statt sich um die Kinde zu kümmern, beschimpfen einige Autofahrer die Opfer nach einem Zusammenprall - oder fahren einfach weiter. (© Symbolfoto: Pixabay)

Kreis Gütersloh. Die Meldungen, dass Autofahrer Kinder nach Zusammenstößen einfach an der Unfallstelle zurücklassen, häufen sich im Kreis Gütersloh. Seit November meldete die Polizei schon acht solcher Fälle - den letzten erst in dieser Woche.

Eine Frau soll am 5. Februar mit einem 12-jährigen Fahrradfahrer zusammengestoßen sein, ihn anschließend beschimpft haben und dann weitergefahren sein. Die Polizei Gütersloh hat die Fahrerin mittlerweile ausfindig gemacht - sie schildert den Vorgang allerdings ganz anders als das Kind.

Eine Übersicht

Am 8. November wurde in der Gütersloher Innenstadt ein drei Jahre altes Kind von einem Radfahrer umgefahren. Der Mann kümmerte sich nicht um das am Boden liegende Kind und fuhr weiter.

Am 6. Dezember wurde ein elf Jahre alter Junge, der mit seinem Fahrrad auf der Nordfeldstraße in Versmold unterwegs war, von einem schwarzen Polo angefahren. Die Fahrerin stieg aus und erkundigte sich nach dem Befinden des Kindes. Als der leicht verletzte Junge bat, mit dem Handy der Frau seine Eltern anzurufen, verweigerte sie ihm das und fuhr weiter.

Am 14. Januar stieß eine Autofahrerin an der Versmolder Gartenstraße mit einem 13 Jahre alten Mädchen zusammen, das dort zu Fuß unterwegs war. Die Frau schaute kurz nach dem Kind und fuhr dann weiter. Das Mädchen wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Am 14. Januar stieß ein 13 Jahre alter Junge in Herzebrock-Clarholz mit seinem Fahrrad mit einem Auto zusammen und stürzte. Der Fahrer des Wagens setzte seine Fahrt fort. Der Junge wurde leicht verletzt mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Am 18. Januar stürzte ein 13 Jahre alter Junge mit seinem Fahrrad. Er hatte stark bremsen müssen, weil ein herannahender Autofahrer ihm die Vorfahrt genommen hatte. Der Fahrer fuhr weiter, ohne sich um den am Boden liegenden Jungen zu kümmern.

Am 28. Januar wurden in Rheda-Wiedenbrück zwei 13-jährige Mädchen beim Überqueren eines Zebrastreifens von einem Auto angefahren und leicht verletzt. Der Fahrer stieg aus und fragte, wie es den Kindern gehe. Als sie sagten, alles sei in Ordnung, fuhr er weiter.

Am 31. Januar erwischte es einen 14-jährigen Pedelec-Fahrer in Herzebrock-Clarholz. Der Junge bremste ab, um nicht mit einem Kombifahrer zusammenzustoßen, der aus einer Parkbucht rückwärts ausparkte. Er stürzte daraufhin und rutschte in das Auto hinein. Der Autofahrer fuhr davon, ohne sich um den leicht verletzten Jungen zu kümmern.

Dass diese Fälle zur Zeit derart gehäuft auftreten, wundert auch die Polizei Gütersloh. Pressesprecherin Katharina Felsch macht aus ihrer Empörung aber keinen Hehl. „Die Leute sind einfach rücksichtsloser geworden."

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