Bielefeld hat ab sofort die Notfalldose - sie kann Leben retten

Kurt Ehmke

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Da gehört sie hin: Im Kühlschrank sollte die Notfalldose aufbewahrt werden. - © Kurt Ehmke
Da gehört sie hin: Im Kühlschrank sollte die Notfalldose aufbewahrt werden. (© Kurt Ehmke)
Sie setzen sich für die Dose ein: Anja Ritschel, Barbara Limberg und Wolfgang Aubke. - © Andreas Zobe
Sie setzen sich für die Dose ein: Anja Ritschel, Barbara Limberg und Wolfgang Aubke. (© Andreas Zobe)

Bielefeld. Das ist sie, die Notfalldose. Nach langem Hin und Her ist sie angekommen und ab sofort in der Mehrzahl der 72 Bielefelder Apotheken verfügbar. Zum Selbstkostenpreis. Zwei Euro zahlt der Kunde und erhält eine grüne Dose, die Leben retten helfen kann. Wolfgang Aubke, Vorsitzender des Seniorenrates, erwartet, "dass in Kürze alle Apotheken mitmachen und sie im Bestand haben".

Auch bei der Stadt gibt es die grüne Dose

Zudem gibt es sie bei der Stadt - in der Tourist-Info, der Bürgerberatung im Neuen Rathaus und im Gesundheitszentrum. Dezernentin Anja Ritschel: "Wir haben mehr als 500 Plakate gedruckt und 4.500 Flyer, so unterstützen wir die Apotheken." Die seien der ideale Partner, weil sie flächendeckend vorhanden seien und damit nah dran sind am Bürger. Der kann nun die Dose kaufen - und sich in den Kühlschrank stellen. Kühlschrank? Ein Ort, in den ab sofort die Retter hineinsehen sollen, das sei mit den Rettungsdiensten besprochen, sagt Ritschel. Die Dose aber ist kein Selbstläufer. Gefordert ist der Bürger. Er muss, das betont Aubke, darauf achten, dass die Daten auf dem in der Dose liegenden Zettel aktuell sind. "Ein antiquarisches Schriftstück in der Dose bringt niemandem etwas", sagt Aubke. Notiert werden müssen auf einem Zettel, der der Dose beiliegt, Allergien, Krankheiten, Operationen und Arzneimittel, die eingenommen werden. Und natürlich die Kontaktdaten - des Hausarztes, der Familie.

Schon mehr als zehn Prozent der Dosen verkauft

Kreisvertrauens-Apothekerin Barbara Limberg von der Amts-Apotheke an der Wertherstraße hat bereits erste Erfahrungen gesammelt. "Ich habe 400 Dosen gekauft, und seit Dienstag liegen sie in einem Sammelkorb aus - die Nachfrage ist gut." Mehr als zehn Prozent seien bereits verkauft. Letztlich entscheide jeder Apotheker selbst, ob er Dosen anbiete, betont Sebastian Sokolowski von der Apothekerkammer. Aber es werde wohl bald jeder mitmachen. Gefordert seien auch die Hausärzte, nicht als Verkäufer der Dosen, aber als Hinweisgeber - auf die Dose und auf das stete Aktualisieren der Daten. Am Ende könnte jede Dose einmal Leben retten helfen - weil eben nüchtern und sachlich Fakten in kurzer Zeit aus ihr herausgeholt werden können, anders als bei oft emotional aufgewühlten Angehörigen oder nicht mehr sprechfähigen Patienten.

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