Britz/Rheda-Wiedenbrück. Die Zur Mühlen Gruppe plant, den Produktionsstandort der Wurstmarke Eberswalder in Britz in Brandenburg zu schließen. Wie der zur Tönnies-Familie gehörende Wursthersteller mitteilt, habe „eine umfassende Analyse der aktuellen Situation und der Zukunftsaussichten“ ergeben, dass dieser Schritt „unausweichlich“ sei.
Erst 2023 hatte die Gruppe das Werk der EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG in Britz übernommen. Nach aktueller Planung soll die Produktion bereits bis zum 28. Februar eingestellt werden. Betroffen sind rund 500 Beschäftigte, die am Dienstag über die Pläne informiert wurden.
„Uns ist diese Entscheidung sehr schwergefallen. Leider mussten wir feststellen, dass es unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine realistische Perspektive gibt“, teilte EWN mit. Die Unternehmensführung habe zuletzt an vielen verschiedenen Stellen versucht, das Geschäft nachhaltig auszubauen. Doch die Absatzmengen stagnierten oder waren gar rückläufig, dauerhafter Preisdruck und internationale Anbieter, die mit niedrigen Preisen auf den deutschen Markt drängen, taten ihr Übriges. „Auch die Kosten für Löhne, Energie, Logistik und Betriebsstoffe steigen ständig. Diese Faktoren haben die wirtschaftlichen Bedingungen für den Standort Britz in den letzten Jahren immer weiter verschärft“, heißt es.
Produktion weiterhin in Ostdeutschland
Auf die insbesondere in Ostdeutschland beliebten Wurstspezialitäten der Marke Eberswalder müssen Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch nicht verzichten. Die Produkte sollen, wie teilweise heute schon, an anderen Standorten produziert werden – vorrangig in ostdeutschen Betrieben.
Ihren Ursprung hat die Fleisch- und Wurstproduktion in Britz im Jahr 1977, als das „Schlacht- und Verarbeitungskombinat Eberswalde (SVKE)“ gegründet wurde. Es entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren zum größten Fleischverarbeitungsbetrieb Europas. In der DDR erreichte der Wursthersteller, der zu Spitzenzeiten rund 3.000 Mitarbeiter beschäftigte, Kultstatus. Das Betriebsgelände bot den Beschäftigten eine eigene Poliklinik, einen Friseur, eine Gaststätte und sogar eine Bibliothek, was die Arbeitsbedingungen vergleichsweise attraktiv machte.