An der B239 gibt es viele Knackpunkte

Stefan Backe

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Planungen: Der Landesbetrieb „Straßen.NRW" treibt den Ausbau der Bundesstraße zwischen Autobahn und Lohheide voran. - © Oliver Wendtland
Planungen: Der Landesbetrieb „Straßen.NRW" treibt den Ausbau der Bundesstraße zwischen Autobahn und Lohheide voran. (© Oliver Wendtland)

Bad Salzuflen-Werl/Biemsen-Ahmsen. Viereinhalb Jahre lang war es in der Öffentlichkeit ruhig geworden um die Bundesstraße 239. Doch nun steht ein wichtiger Termin ins Haus, der den geplanten Ausbau der Verkehrsader auf Bad Salzufler Stadtgebiet entscheidend voranbringen oder verändern kann. Am 12. Februar treffen sich Kritiker und Planer zum so genannten Erörterungstermin.

Seine Pläne hatte der Landesbetrieb „Straßen.NRW" bereits im Sommer des Jahres 2011 öffentlich vorgestellt. Demnach soll die Bundesstraße zunächst im ersten Bauabschnitt zwischen der Autobahn und der Einmündung Lohheide kreuzungsfrei ausgebaut und um eine Spur erweitert werden. Wie auf der Ostwestfalenstraße würden damit künftig wechselseitige Überholfahrstreifen den Verkehrsfluss erhöhen.

Damit dieser nicht wie bisher an Knotenpunkten mit kleineren Straßen gebremst wird, müsste schwer gebaut werden. Die umfangreichste Neugestaltung würde den Platz des Werler Krugs betreffen. Hier müssten die Gaststätte, die Tankstelle sowie noch zwei weitere Wohngebäude weichen, um einer Konstruktion mit zwei Kreiseln und einer Brücke über die B239 Platz zu verschaffen. Dafür würden aber zwei Ampel-Kreuzungen auf der Bundesstraße eliminiert.

Um die andere Ampel auf dem Streckenabschnitt am Gewerbegebiet Meerbrede (POS Tuning) ebenfalls überflüssig zu machen, setzen die Planer auf eine Lösung, wie sie zwei Kilometer weiter auf Herforder Gebiet bereits existiert. Mit dem Unterschied, dass die Bundesstraße diesmal in einer kleinen Erhöhung über die kreuzende Straße geführt würde. Die Verkehrsteilnehmer könnten durch Zubringerrampen in alle Richtungen auf- und abfahren.

Anders sieht das an der Lohheide/Dorfstraße aus. Immerhin soll dort eine Brücke dafür sorgen, dass die Bundesstraße überquert werden kann. Diese wird sich ansonsten als Schnellstraße ohne weitere Einmündungen präsentieren – mit drastischen Auswirkungen.

So wäre es nach dem bisherigen Stand der Planungen auch um die beiden Tankstellen geschehen, die links und rechts der B239 liegen. Während auf dem Gelände Richtung Werre sogar ein Regenrückhaltebecken eingeplant ist, hätte die Anlage auf der gegenüberliegenden Seite gar keine Zufahrt mehr.

Für Thomas Lange, zuständiger Projektleiter von „Straßen.NRW", ist dies kein Ding der Unmöglichkeit: „Für die Zufahrt zu einer Bundesstraße werden Sondernutzungsrechte erteilt. Diese können grundsätzlich widerrufen werden." Für die Frage nach möglichen Entschädigungen für die betroffenen Grundstücke, Gebäude oder Betriebe sei es zu früh. Grundlage sei zunächst ein gültiges Baurecht, über das in erster Konsequenz die Bezirksregierung Detmold während des Planfeststellungsverfahrens zu entscheiden habe, so Lange.

Während der Auslegung der Pläne im Sommer 2011 waren 86 private Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben worden. Diese sollen nun beim Erörterungstermin am Freitag, 12. Februar, ab 10.00 Uhr im „Best Western Plus"-Hotel Ostertor diskutiert werden. Die Bezirksregierung weist in ihrer Einladung darauf hin, dass sich diese Veranstaltung in erster Linie an die Betroffenen und Einwender richtet. Sollte aber niemand dagegen protestieren, werde man den Termin im Sinne „eines transparenten und bürgerfreundlichen Verfahrens" für alle Interessierten öffnen.

Neben den verkehrstechnischen Fragen werden auch Einwendungen und Stellungnahmen zur Notwendigkeit der Maßnahme, zum Lärmschutz, zu landwirtschaftlichen Belangen und zum Naturschutz angesprochen werden, teilt die Bezirksregierung mit.

Information
Vier Abschnitte bis Lage

Der Landesbetrieb „Straßen.NRW" nimmt sich die Umgestaltung der B239 zwischen der Autobahn und Lage im Bereich von Holz Speckmann in vier Abschnitten vor. Teil eins ist der Bereich bis zur Lohheide. Abschnitt zwei umfasst den Umbau der Kreuzung Lockhauser Straße und endet am Knotenpunkt mit der Ostwestfalenstraße. Hier will „Straßen.NRW" wahrscheinlich 2018 den geplanten Streckenverlauf in Form eines Vorentwurfs präsentieren. Der dritte Abschnitt verläuft nur noch zur Hälfte auf Bad Salzufler Stadtgebiet und beinhaltet die Frage, ob die Holzhauser Ortsdurchfahrt verlegt wird.
Zum Herunterladen
  1. LZ vom 08.07.11: Stadt und Politik kritisieren B 239-Pläne scharf
  2. LZ vom 11.06.11: Ein Dorf diskutiert über die Bundesstraße
  3. LZ vom 31.05.11: Viele Fragezeichen hängen über Werl
  4. LZ vom 26.05.11: Werler fürchten um ihre Ruhe
  5. LZ vom 21.05.11: Die B 239 wird ihr Gesicht verändern

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