Wortmann weiht neue Bürolandschaft ein

Konferenz auf der grünen Wiese

Thorsten Engelhardt

  • 1
Erste Eindrücke: Die Wortmann-Mitarbeiter schauen sich das Loft an. - © Thorsten Engelhardt
Erste Eindrücke: Die Wortmann-Mitarbeiter schauen sich das Loft an. (© Thorsten Engelhardt)

Detmold. Die Detmolder Wortmann-Holding hat gestern einen neuen Bürotrakt eröffnet, der in der Region seinesgleichen suchen dürfte. Die Gestaltung des Loft genannten Büros soll eine neue Arbeitsphilosophie spiegeln.

Zwei Dreiklänge bestimmen die Architektur des Lofts: Großzügigkeit, Kommunikation, Kreativität – gewissermaßen als Dur-Akkord – und Licht, Luft, Lautstärke als Moll-Parallele. Jens Beining, persönlich haftender Gesellschafter der Wortmann-Holding, hat sie formuliert. Das erste steht für die Vorteile des Großraumbüros, das zweite zeigt die Kernfragen auf, die gelöst werden wollen, wenn man ein solches Büro in einer ehemaligen Lagerhalle einrichtet.

Information
Die Reaktionen fallen positiv aus

„Überwältigend“, „der Hammer“, „hier will man nicht mehr nach Hause gehen“: Als die Wortmann-Mitarbeiter gestern erstmals das bisher abgeschlossene Loft betraten, waren sie voll des Lobes. „Hochmodern und professionell“, waren Adjektive, die Stefanie Kästingschäfer bei einer ersten Besichtigung der Arbeitsplätze einfielen. Alle, die die LZ befragte, verwiesen vor allem auf den relativ geringen Schallpegel in den drei Abschnitten, die insgesamt rund 2200 Quadratmeter groß sind und 160 Arbeitsplätze bieten. Sascha Pilarski, der seinen Schreibtisch in Augenschein nahm, lobte das angenehme Raumklima und die kurzen Wege. „Das ist ein Produkt der neuen Führungsmannschaft. Toll gemacht“, lobte Firmenchef Horst Wortmann.

Genau das war das Loft bisher und diesen Charakter haben Architekt Andre Rohde aus Detmold und Innenarchitektin Antje Pegger (Büro Wackerhagen) aus Pattensen auch erhalten. Alles ist offen, die zweite Etage ruht auf Stahlpfeilern, an Industrie erinnernde Leuchten hängen unter der unverkleideten Decke.

Das war es aber auch mit dem Thema Retro bei dem insgesamt mehr als fünf Millionen Euro teuren Projekt des Schuhherstellers. Die Fragen nach Licht und Luft werden durch modernste Technik beantwortet. Um des Themas Lautstärke Herr zu werden, seien Decken, Stoffbespannungen der Möbel und Teppiche schallabsorbierend, erklärt Tobias Hankemeier, der neben Beining, Wortmann-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Illers und Bettina Wellige das Projektteam gebildet hat.

Ganz besonders stolz sind Jens Beining und Dr. Wolfgang Illers aber auf das innenarchitektonische Konzept mit dem Dreiklang Großzügigkeit, Kommunikation und Kreativität. Es sei in der Region einzigartig, ist sich Beining sicher. Die ganz in Weiß gehaltenen Arbeitsplätze sind in bestimmten Abschnitten des Gebäudes konzentriert. An ihnen vorbei führt eine „Straße“ mit einem Teppichboden in Schotteroptik. Am Rand stehen kleine Besprechungs-Abteile in verschiedenen Farben – auch abgeschlossene Besprechungszimmer oder Rückzugsorte für einzelne Mitarbeiter gibt es.

Auf der anderen Seite des Weges sind die Kommunikationszonen eingerichtet worden: ein riesiger Picknick-Tisch, eine grüne (Teppich)-Wiese mit grauen, „The Rocks“ genannten, Sitzmöbeln, die lässiges Dahinfläzen erlauben, der Marktplatz mit Sitztreppe oder der mit dem Spitznamen „Dark-Room“ versehene knallrote Überseecontainer mit schwarzen Sitzmöbeln. Für sie seien die Mitarbeiter das wichtigste Kriterium gewesen, sagt Innenarchitektin Antje Pegger. Sie sollten sich wohlfühlen und den Raum als Teil des Arbeitsinstrumentariums nutzen.

Gleichzeitig will Wortmann damit einer neuen Arbeitsphilosophie ein Gesicht geben. In das Loft ziehen Vertriebs- und Marketing-Abteilungen, Rechnungswesen und Produktmanagement ein.
Die Architektur soll dabei Kommunikation und Kreativität, kurze Wege und schnelle Entscheidungen ermöglichen.

Außerdem soll sie laut Beining dazu motivieren, neu zu denken, eingefahrene Bahnen zu verlassen und Veränderungen anzunehmen. „Seien Sie mutig und unkonventionell“, gab er den Mitarbeitern mit auf den Weg.

Seite 1 von 2
nächste Seite

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

1 Kommentar
1 Kommentar

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!