Abschied von Prinz Armin

Etwa 700 Gäste kommen nach Detmold

Martin Hostert

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Die Witwe Traute Prinzessin zur Lippe und ihr Sohn Stephan Prinz zur Lippe. - © Vera Gerstendorf-Welle
Die Witwe Traute Prinzessin zur Lippe und ihr Sohn Stephan Prinz zur Lippe. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Detmold. 700 Gäste haben am Montag in der Christuskirche der Trauerfeier für Dr. Armin Prinz zur Lippe beigewohnt. Sie haben dem vorvergangene Woche 91-jährig verstorbenen Oberhaupt des Hauses Lippe die letzte Ehre erwiesen.

Förster halten zum Ende des feierlichen Gottesdienstes während der Aussegnung die letzte Ehrenwache. Sie falten die große lippische Fahne zusammen, die den Sarg verdeckt, und übergeben sie Prinz Armins Sohn, Stephan Prinz zur Lippe. Dann wird der Sarg langsam unter den Altarraum abgesenkt. Prinz Armin ruht nun in der Familiengruft – dort, wo zuletzt 1980 seine Mutter Anna beerdigt worden ist.

Dass es sechs Förster sind, die nach Soldaten der Bundeswehr und einer Abordnung der Schützengesellschaft Ehrenwache am Sarg halten, schließt den Kreis zu den Worten des ehemaligen Ministerpräsidenten Dr. Jürgen Rüttgers. Er hatte zuvor in seiner Trauerrede davon gesprochen, wie sehr dem Verstorbenen die Natur und die Schöpfung am Herzen gelegen hätten – „er hat sich stets dafür eingesetzt, sie den Kindern zu erhalten“. Auch die Blumengebinde unter den Fenstern, im Altarraum und im Mittelschiff der Kirche – zumeist sind es weiße Rosen – erinnern an die große Liebe des Verstorbenen.

So mag es in seinem Sinne gewesen sein, dass der Weg von der Paulinenstraße zur Kirche gesäumt war von Kränzen und Blumensträußen, versehen mit letzten Grüßen der großen Familie, von Kommunen, von Vereinen, Institutionen aller Art.

Vor voller Kirche und den 200, die draußen dem Gottesdienst folgen, gelingt es Rüttgers, Dr. Armin Prinz zur Lippe angemessen zu würdigen. „Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor einem großen Mann“, sagt er. Ein Mann, der es vermocht habe, allein durch seine Anwesenheit die Atmosphäre eines Raumes zu verändern: „Sie wurde viel freundlicher, trat er ein.“

Prinz Armin sei ein Lipper unter Lippern gewesen, humorvoll, bescheiden – und gleichzeitig ein erfolgreicher Unternehmer, einer, der das Vermögen seines Hauses zu erhalten und zu mehren gewusst habe. Jürgen Rüttgers erinnert auch an das Engagement für die Kunst und die Kultur, an den Einsatz in vielen Initiativen. „Er war die Mitte und Identifikationsfigur des Landes Lippe. Man freute sich, wenn man ihn traf.“

Der Gottesdienst ist würdevoll. Unter der musikalischen Gesamtleitung Burkhard Gewekes singt die Kantorei der Christuskirche, es musizieren Jens Schirpke am Kontrabass, Johannes Pöld an der Orgel und Studierende der Hochschule für Musik. Landessuperintendent Dietmar Arends rezitiert Psalm 91: „Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“ Und die Gemeinde singt: „Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.“

Pfarrer Burkhard Krebber erinnert an den Verstorbenen als einen „aufmerksamen, kritikfähigen Predigthörer“, dem die Bibel eine lebenslange Begleiterin gewesen sei, dem Ökumene wichtig war, der sich „stets kritisch reflektiert, aber ohne Furcht“ fürs Gemeinwohl eingesetzt habe. „Dass er hier unter der Kanzel beigesetzt wird, das symbolisiert: Das lebensspendende Wort Gottes ragt über diese Welt hinaus.“

Nach dem Gottesdienst lädt die Familie in ihren Garten am Schloss. Es bildet sich eine lange Schlange von Menschen; Dr. Traute Prinzessin zur Lippe, ihr Sohn Stephan und seine Frau Maria haben an diesem für sie traurigen und anstrengenden, heißen Tag für jeden der Kondolierenden ein Wort. Die Gespräche drehen sich in freundschaftlicher Verbundenheit um den Verstorbenen. Ein Satz ist immer wieder zu hören: Man freute sich, wenn man Dr. Armin Prinz zur Lippe sah.

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