Wanderkreuz an Externsteinen: Schmiede-Symbolik vom Tisch

Freie Sicht auf die Steine

Martin Hostert

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Gehört zu den zwölf schönsten Motiven eines Fotowettbewerbs: Der aus Osnabrück stammende Oliver Schratz hat es mit seiner Aufnahme der Externsteine in den Kalender der Reisemagazins „Sehnsucht Deutschland geschafft. Die Sicht auf das Naturdenkmal soll frei bleiben, fordern Kritiker des dort geplanten Wanderkreuzes. - © Oliver Schratz
Gehört zu den zwölf schönsten Motiven eines Fotowettbewerbs: Der aus Osnabrück stammende Oliver Schratz hat es mit seiner Aufnahme der Externsteine in den Kalender der Reisemagazins „Sehnsucht Deutschland geschafft. Die Sicht auf das Naturdenkmal soll frei bleiben, fordern Kritiker des dort geplanten Wanderkreuzes. (© Oliver Schratz)

Kreis Lippe. Die Pläne für Standort und Größe des Wanderkreuzes an den Externsteinen werden überarbeitet. Die umstrittene Symbolik der Plattform samt zwölf Meter hohem Pfahl soll vermieden werden. Das ist Ergebnis eines Runden Tisches.

Die Externsteine mit all ihrer Schönheit und Faszination sind ein beliebtes Ausflugsziel. Jüngst gewann Fotograf Oliver Schratz mit seinem Blick auf das Naturdenkmal einen dritten Preis in einem Wettbewerb (siehe Info).

Information
Fotowettbewerb

Das Reisemagazin „Sehnsucht Deutschland“ hatte zum Fotowettbewerb aufgerufen – die zwölf schönsten Bilder wurden von den Lesern gekürt und zieren nun den „Sehnsucht Deutschland Kalender 2016“. Von jedem Kalender, der im September 2015 erscheint, gehen drei Euro an das Projekt „Kinderreisen“ der Deutschen Fernsehlotterie für sozial benachteiligte Kinder. Mehr als 1000 Bilder wurden eingereicht, aus denen eine siebenköpfige Jury um die Profifotografen Michael Poliza und Norbert Rosing die schönsten 30 wählten. 2000 Leser wählten dann ihre Favoriten, die es nun in den Kalender geschafft haben.

Die Wirtschaftsförderung des Kreises will mit dem Wanderkreuz die Attraktivität für den Tourismus dort noch weiter steigern – doch die Schutzgemeinschaft Externsteine und andere, etwa der Lippische Heimatbund, sehen das ganz anders. Sie kritisieren Ausmaß, Ortswahl und Symbolik des als „Friedensraum“ ausgelegten Kunstwerkes als unpassend und überdimensioniert.

Gestern trafen sich Kritiker und Initiatoren des Wanderkreuzes, Künstler Alfred Bullermann, der Fachbereich Umwelt des Kreises, Vertreter des Landesverbandes als Eigentümer, Horn-Bad Meinbergs Bürgermeister Eberhard Block, der Heimatverein Horn und andere in großer Runde, um eine Einigung in dem Streit zu finden. Die steht zwar noch aus, aber eines ist sicher: So, wie das Wanderkreuz im Modell präsentiert worden war, wird es nicht realisiert werden.

„Wir haben einen zweiten Entwurf vom Künstler erbeten – kleiner, reduzierter“, berichtete Kreis-Wirtschaftsförderer Günter Weigel. Alle Teilnehmer hätten ihre Meinungen ausführlich ausgetauscht. Weiteres Ergebnis: „Auch die Symbolik, die die anderen in den geplanten Schmiede-Events sehen, soll nicht mehr vorkommen.“ Wie berichtet, sieht unter anderem der Lippische Heimatbund Assoziationsmöglichkeiten – die Schmiedearbeiten erinnerten an den germanischen Schmied Wieland oder das Nageln für einen Siegfrieden.

Weigel sagte, die Gesprächsrunde sei „einvernehmlich auseinandergegangen“, spätestens Anfang Oktober solle der neue Entwurf stehen. Dies hänge nun von Bullermann ab. Er werde dann die Landesverbandsversammlung informieren und möglichst schnell einen neuen Termin für den Runden Tisch suchen.

Ein solches Wanderkreuz sei zumindest im Naturschutzgebiet in Sichtweise zu den Externsteinen nicht vorstellbar, bekräftigte Heimatbund-Vorsitzender Friedrich Brakemeier – allenfalls etwa beim Felsenwirt. Es sei froh, dass die Symbolik, die „völkisch ausgenutzt“ hätte werden können, nicht weiter verfolgt werde.

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