Im Friedensraum an den Externsteinen fliegen bald die Funken

Unterhalb der Externsteine wird gebaut – Alfred Bullermann und Heinz Hoenig entwerfen das Konzept

Astrid Sewing

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Mit einem Klick auf das Bild können Sie eine Tonaufnahme von Alfred Bullermann abspielen, der die "Friedensnägel" erklärt.

Horn-Bad Meinberg/Holzhausen-Externsteine. Den ersten Nagel hat NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin gekauft. Er wird in einen Pfahl an den Externsteinen eingeschlagen, in der Mitte eines Friedensraumes, der zum Konzept des Wanderkompetenzzentrums gehört.

Duin hatte gestern ein volles Programm, in Bielefeld und Lippe schaute er sich Förderprojekte an. Dazu gehören das Wanderkompetenzzentrum am Hermannsdenkmal ebenso wie das, was an den Externsteinen entstehen wird. Der Schmied und Designer Alfred Bullermann hat gemeinsam mit dem Schauspieler Heinz Hoenig einen Friedensraum entworfen. Das Modell stellten sie gestern erstmals der Öffentlichkeit vor.

Auf einer runden Platte mit einem Durchmesser von zwölf Metern werden Feuerstellen angelegt, in der Mitte ragt ein Holzbalken mit 40 Zentimeter Durchmesser zwölf Meter in die Höhe. Durch einen Spalt kann man die Externsteine sehen. Speziell geschmiedete Nägel, die mit einer Spendenaktion verknüpft sind, werden dort eingeschlagen.

Landrat Friedel Heuwinkel Externsteine verwies auf die besondere Symbolik des Projektes. „An den Externsteinen führten die Handelswege entlang, bis 1956 fuhr hier auch eine Straßenbahn. Wenn an dieser Stelle jetzt ein Platz entsteht, wo altes Handwerk präsentiert wird, Raum ist für Diskussionen und Wanderer eine Raststelle haben, dann ist das eine wunderbare Verbindung.

Heinz Hoenig gab mit Verve einen Ausblick auf das Projekt, versprach, „Prominente an diesen Ort zu holen, um alljährlich am 8. Mai, an diesem Tag im Jahr 1945 endete der Zweite Weltkrieg, auf die Krisenherde aufmerksam zu machen. Nur wenn wir das immer wieder in den Mittelpunkt stellen und darüber reden, können wir auch etwas verändern.“

Im kommenden Jahr soll es ein internationales Schmiedetreffen geben, was Duin sehr erfreute. „Mein Opa war Schmied, und ich bin stolz darauf, dass ich den Titel Minister für das Handwerk tragen darf.“ Das Wanderkompetenzzentrum mit dem Informationszentrum habe das Zeug dazu, Touristen anzulocken.

Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann lobte die hervorragende Zusammenarbeit, unter anderem mit der Schutzgemeinschaft Externsteine. Das Monument als solches solle auf jeden Fall bewahrt werden. Der offene Raum, der unterhalb auf der Wiese entsteht, soll gleichwohl eine Sichtachse zu den Steinen haben. Da die Genehmigungen fast komplett vorliegen, könne mit der Umsetzung schnell begonnen werden. Ende Oktober, so kündigte Landrat Friedel Heuwinkel an, soll der Raum unterhalb der Externsteine fertig sein.

Nägel gibt's nur gegen Spende

Im Oktober fertig: Schmiedeplatz und Kommunikationsrondell – Heinz Hoenig zeigt es mit den Fingern an. - © Bernhard Preuss
Im Oktober fertig: Schmiedeplatz und Kommunikationsrondell – Heinz Hoenig zeigt es mit den Fingern an. (© Bernhard Preuss)

Bekannter Schauspieler wirbt für das Projekt

Grillen fördert die Geselligkeit, aber im Rondell des neuen Friedensraums an den Externsteinen werden die Feuerstellen nur zu besonderen Gelegenheiten entzündet. Der Designer und Schmied Alfred Bullermann legt Wert darauf, dass der Ort seine Ordnung behält.

„Die großen Feuertische, in die Körbe mit Glut eingehängt werden, werden nach dem Schmieden mit schweren Platten abgedeckt. An den Ringamboss werden Bänke angehängt“, erklärte er. Das Ganze sei auch sehr solide angelegt, um Vandalismus-Schäden weitgehend auszuschließen.

Der Schauspieler Heinz Hoenig hat mit Marianne Sägebrecht schon eine prominente Unterstützerin gefunden, denn mit dem Friedensraum verbindet sich eine Spendenaktion. „Es werden hier Nägel geschmiedet, deren Kopf mit einer Friedenstaube geprägt sind. Und es wird eine Sonderedition geben. 880 Nägel werden für 1.000 Euro verkauft.“ Ein Drittel sei für die Organisatoren und zwei Drittel für einen guten Zweck vorgesehen. „Wenn der Nagel eingeschlagen wird, gibt es ein Zertifikat “, sagte Hoenig.

Jeder Nagel sei gleich viel wert. „Das ist das Grundprinzip des Friedens, dass alle Menschen gleiche Rechte haben“, erklärte der Schauspieler. Wer nicht soviel anlegen möchte, kann sich einen etwas einfacheren Nagel für 100 Euro „kaufen“ und den einschlagen. „Egal, für was gespendet wird – wenn die Quittung vorliegt, sind 75 Euro für den Nagel und 25 Euro für das Schmieden“, sagte Bullermann.

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