A-Jugend der HSG ist happy mit dem dritten Platz im Final Four

Dietmar Welle

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Die HSG Blomberg-Lippe feiert in Buxtehude Rang drei mit den Fans. - © Paul Cohen
Die HSG Blomberg-Lippe feiert in Buxtehude Rang drei mit den Fans. (© Paul Cohen)
Munia Smits von der HSG ist am Ball, Oldenburgs Marie Steffen blockt vergeblich. - © Paul Cohen
Munia Smits von der HSG ist am Ball, Oldenburgs Marie Steffen blockt vergeblich. (© Paul Cohen)

Buxtehude. Die Enttäuschung hat sich in Freude gewandelt. Beim Final Four der vier besten weiblichen A-Jugend-Handballteams in Buxtehude belegte der Nachwuchs der HSG Blomberg-Lippe nach einem 24:27 gegen Bayer Leverkusen im Halbfinale nunmehr mit dem 35:27 (13:13) im kleinen Endspiel gegen Oldenburg Platz drei.

„Dieses Ergebnis macht mich total happy", zog HSG-Trainer André Fuhr ein positives Fazit des Auftritts vor 750 Fans. „Wir sind ganz nah dran an der absoluten Spitze", so der 46-Jährige, der zudem betonte: „Man hat gesehen, dass der Erfolg nur über eine absolut starke Abwehr führt. Dieses Konzept setzt sich zunehmend durch."

Fotostrecke: Final Four: A-Jugend HSG - VfL Oldenburg

Gegen die Übermannschaft aus Leverkusen mit den überragenden Annika Lott, Mia Zschocke und Amelie Berger („Von der werden wir in Zukunft noch viel Positives hören", so Fuhr) lag es denn auch an der großen Zahl (19) der technischen Fehler. Die brachen Blomberg das Genick, weil fast zehn Gegentreffer in der direkten Folge kassiert wurden.

Beim Sieg über Oldenburg lief es im zweiten Abschnitt besser. Vor dem Wechsel zeigten sich die Aaricia Smits und Co. erstaunlich müde und ließen jeden Fluss vermissen. Doch mit einer tollen Steigerung im zweiten Abschnitt gelang der Gewinn der Bronzemedaille. Dabei nahmen vor allem die Final-Four-Toptorschützin Nele Franz und Lia Diekmann das Heft in die Hand und hielten ihr Team auf Kurs. „Wir halten die Bronzemedaille in Ehren. Das Edelmetall haben wir uns redlich verdient, weil wir unsere besonderen Stärken eingebracht haben", so Fuhr.

Damit meinte der Trainer das Herzblut und die Leidenschaft: „Diese Mannschaft gibt niemals auf." Auch Aaricia Smits strahlte noch im Kabinengang. Verschwitzt enterte sie stolz die Kabine und feierte mit ihren Mannschaftskolleginnen. Für Aaricia Smits war es ebenso wie für Laura Sposato, Marlen Wills und Lisa Richter das letzte Spiel im HSG-Dress. Das Quartett verlässt die Ulmenallee. Doch die Erinnerung wird bleiben an einen tollen Auftritt im Schulzentrum Nord. Weiter dabei bleiben Louisa Rabeneick, Nele Wenzel, Patricia Lazarevic, Munia Smits, Cara Reiche, Ndidi Agwunedu, Nele Franz und Wiebke Wallbaum sowie die in Buxtehude erkrankt fehlende Flora Müller.

Trennung von Torsten Pfennig

Am Rande der Buxtehuder Bande kam heraus, dass die HSG Blomberg-Lippe und der bisherige Geschäftsführer Torsten Pfennig in Zukunft getrennter Wege gehen. Beiratschef Jens Genge bestätigte: „Es gab einen unbefristeten Vertrag, der nicht fortgesetzt wird." Über die Gründe der Trennung haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Nunmehr geht die HSG auf die Suche nach einem Nachfolger...

Das vorweggenommene Endspiel

Die leichte Favoritenrolle, die André Fuhr dem TSV Bayer Leverkusen eingeräumt hatte, traf zu. Beim 24:27 (10:11) im Halbfinale gaben die Kleinigkeiten zuungunsten der Blombergerinnen den Ausschlag.Besonders in der Endphase (Blomberg hatte sechs Minuten vor Schluss noch mit einem Treffer geführt) schienen die Aktionen nicht mehr so durchdacht wie zuvor – und es sammelten sich die Ballverluste.



Zudem war fast jeder Abpraller eine Beute der Werkselfen-Junggarde. Blomberg unterliefen 19 technische Fehler. Ein Wert, der auf diesem Niveau gegen einen individuell so starken Gegner zum Misserfolg führen kann. Als fairer Verlierer gab sich Fuhr gleichwohl, dennoch wird es wohl zwischen Leverkusen und Blomberg keine echte Liebe mehr geben. Zu unterschiedlich sind die Charaktere.

Was beide Teams auszeichnete? Die ungeheure Bereitschaft, in der Abwehr alles zu geben. Bis zum letzten Blutstropfen. Allerdings gab dann nicht zuletzt aus Fuhrscher Sicht die „größere Substanz" den Ausschlag für Leverkusen. Aber den Titel „Meister der Herzen" kassierte in dem vorweggenommenen Endspiel die HSG Blomberg-Lippe ein, die sich zwar mit Tränen von den Von verabschiedete – aber erhobenen Hauptes.

Wort zum Sport: Blutjung und mit Talent gesegnet

von Dietmar Welle

Die extrem junge weibliche A-Jugend der HSG Blomberg-L. hat sich in Buxtehude blendend verkauft. Die Halbfinal-Niederlage gegen Leverkusen war unter dem Strich leistungsgerecht. Es muss schon alles klappen, wenn man die Werkselfen ausschalten will. Hat aber nicht. Mit müden Knochen und müdem Kopf gelang im Spiel um Rang drei der erhoffte und hoch verdiente Erfolg gegen Oldenburg.

Blomberg zählt somit zu den erfolgreichsten Talentschmieden in Deutschlands. Anderswo sieht es da mau aus: Beim Thüringer HC beispielsweise wird so gut wie gar nichts mehr für die Ausbildung von Jugendlichen getan. Blutjung und mit Talent gesegnet darf sich die HSG hingegen auf die Zukunft freuen. Neun Spielerinnen aus dem Buxtehude-Kader bleiben dabei.

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