Erneuter Streit um Freitagsgebete eines Herforder Schülers

Carolin Nieder-Entgelmeier

Ein Muslim betet während des traditionellen Freitagsgebets. - © dpa
Ein Muslim betet während des traditionellen Freitagsgebets. (© dpa)

Herford. Der Streit um Gebetsräume an Schulen zieht in OWL weitere Kreise. Der Vater, der bereits an der Gesamtschule Friedenstal in Herford einen Gebetsraum für seinen Sohn gefordert hat, fordert das nun auch für seinen jüngeren Sohn an der Hauptschule Meierfeld in Herford.

Nach Informationen der Neuen Westfälischen ist der Vater der betenden Schüler, der aus dem Kosovo stammt und seit 28 Jahren in Deutschland lebt, Teil der salafistischen Szene in Herford. Er besucht die arabische Assalam-Moschee, die in der Vergangenheit eine entscheidende Rolle in der radikalen Salafistenszene in Herford gespielt hat.

Wie die Schulleitung der Gesamtschule hat auch der kommissarische Leiter der Hauptschule, Peter Wilcek, den Wunsch, einen Gebetsraum einzurichten, abgelehnt. „Der Vater fordert nachdrücklich einen Gebetsraum für seinen Sohn, damit dieser pünktlich und ungestört das Freitagsgebet verrichten kann", sagt Wilcek. Der Schüler besucht die neunte Klasse der Hauptschule, die 2018 ausläuft. „Ich habe der Familie erklärt, dass es dann Gebetsräume für alle Konfessionen geben muss, es dafür aber keinen Platz gibt."

Für Irritationen sorgte auch die Aussage des Vaters, dass sein Sohn nicht länger an der Gitarren-AG teilnehmen darf, weil seine spezielle Ausrichtung des Islam das Musik machen nicht gestatte. „Das Wechseln der AG ist jedoch nur zum Halbjahreswechsel möglich, deshalb bin ich auch diesem Wunsch nicht nachgekommen", erklärt Wilcek. „Außerdem habe ich erklärt, dass Musikunterricht ebenso wie Schwimmunterricht Teil des Lehrplans und des NRW-Schulgesetzes sind und deshalb auch alle Schüler daran teilnehmen."

Auch im Kollegium der Gesamtschule ist das Verhalten der Familie Thema, weil der Vater Frauen den Handschlag verweigert und die Mutter wiederum Männern nicht die Hand gibt.

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