Massenjagd auf Wildschweine in Bielefeld geplant

Alexandra Buck

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Massenjagd in Bielefeld geplant: 100 Jägerinnen und Jäger sind kommende Woche großflächig auf Wildschweinjagd. - © Symbolfoto Pixabay
Massenjagd in Bielefeld geplant: 100 Jägerinnen und Jäger sind kommende Woche großflächig auf Wildschweinjagd. (© Symbolfoto Pixabay)

Bielefeld. In Bielefeld ist eine Massenjagd geplant: In der kommenden Woche werden rund 100 Jäger aus verschiedenen Revieren auf Wildschweinjagd gehen. Damit soll der sich ausbreitenden Schweinepest Einhalt geboten werden.

Am Dienstag, 9. Januar, eröffnen die Jäger die Jagd in den Waldgebieten und Jagdrevieren nahe der A2 eine großflächige Wildschweinjagd – auf Anregung des städtischen Veterinäramtes sowie der Veterinärverwaltung NRW.

Müll zieht Tiere an

Die Waldgebiete nahe der A2 stehen im Fokus, weil Abfälle am Autobahnrand als Infizierungsquelle für Wildschweine gelten. Aus den Seuchengebieten aus Osteuropa mitgebrachte Lebensmittel können die Erreger der Afrikanischen Schweinepest tragen, die auch nach langer Zeit oder Verderb der Lebensmittel infektiös bleiben.

Gerade in der zurückliegenden Weihnachtszeit könnten bei Familienbesuchen Reiseproviant als Abfall am Autobahnrand achtlos entsorgt dort von Wildschweinen gefunden worden sein, so das Veterinäramt. Die in Tschechien und in der Nähe von Warschau 2017 aufgetretenen Seuchenfälle hätten die Gefahren dieses Verbreitungsweges belegt.

Risiko der Einschleppung vermindern

Die fehlende Einzäunung der A2 am Bielefelder Berg ermöglicht den Wildschweinen, direkt am Autobahnrand in einem Bereich nach Essbarem und Salz zu suchen, der zur Vermeidung von Wildunfällen nicht bejagt werden darf, so das Amt.

„Nur wenn es gelingt, die Zahl der Wildschweine wirksam zu reduzieren und sie vom Autobahnbereich fernzuhalten, kann das Risiko der Einschleppung nach Bielefeld gemindert werden", so das städtische Veterinäramt.

Hintergrund
• Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat sich in der EU seit den ersten Fällen im Baltikum weiter nach Westen verbreitet. Eine Tilgung der Seuche ist bisher nicht gelungen. Gegen die ASP gibt es keinen Impfstoff.
• Ein ASP Seuchenzug wäre für die Landwirtschaft und das Fleisch verarbeitendes Gewerbe wegen der Handelsverbote verheerend.
• Pro Jahr werden in Bielefeld 100 Wildschweine in Revieren erlegt.
• Wildschweine können sich dank milder Winter inzwischen
fast ganzjährig stark vermehren und finden unter anderem in Maisschlägen oder Miscanthus zusätzlich zu den Waldgebieten ideale Lebensräume.
• Die Bedeutung der durch Wildschweine verursachten Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen, Friedhöfen und Hausgärten sowie an Haustieren hat in den letzten Jahren stark zugenommen. 2016 wurde zum Beispiel ein Haushund in Bielefeld durch Wildschweine schwer verletzt.

Wanderer müssen achtgeben

In der Zeit von 9.30 bis 13.30 Uhr werden die Waldgebiete östlich der A2, von Sennestadt bis Oerlinghausen und Ubbedissen für Erholungssuchende vorübergehend durch Hinweisschilder oder Flatterbänder an den Hauptwanderwegen gesperrt.

An den Durchgangsstraßen wird auf die Gefahren des Wildwechsels hingewiesen, um Risiken durch den Schusswaffengebrauch und Unfallgefahren für Unbeteiligte zu minimieren. Das Veterinäramt appelliert an Erholungssuchende, die Sperrungen des Gebietes zu beachten. Autofahrer werden um eine vorausschauende Fahrweise gebeten.

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