Paderborn/Detmold. Wie hoch das künstlerische Potenzial in der Region ist und welche besonderen Formen des individuellen Ausdrucks heimische Talente finden, hat sich bei der Verleihung des Förderpreises „Junge Kunst“ durch die VerbundVolksbank OWL Stiftung gezeigt. Im Rahmen einer feierlichen Matinee im Theater Paderborn wurden acht Preisträger aus Ostwestfalen-Lippe ausgezeichnet, darunter mit Pauline Fischer, Anton Stärk und Lisa Sudermann auch drei kreative Köpfe aus Detmold. Der Förderpreis ist laut Pressemitteilung mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. „Seit nunmehr 30 Jahren vergeben wir unseren Förderpreis, und es ist jedes Mal wieder überwältigend, wie originell und ausdrucksstark die Preisträgerinnen und Preisträger ihrer Kreativität freien Lauf lassen“, wird Ansgar Käter, Vorstandsvorsitzender der VerbundVolksbank OWL Stiftung, zitiert. Er übergab die Preise mit dem stellvertretenden Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung, Dr. Ralf Becker. 70 Bewerbungen Knapp 70 Bewerbungen hatte die Jury des Förderpreises „Junge Kunst“ gesichtet, um acht Preisträger in sechs Kategorien zu küren. Drei Preise gingen an große Talente aus Detmold. In der Kategorie Malerei/Bildhauerei/Grafik wurde Pauline Fischer ausgezeichnet. Bewegungen und Gefühle sichtbar und spürbar zu machen: Das versucht die 16-Jährige aus Detmold. Spezialisiert hat sie sich auf das Malen und Zeichnen mit Kohle. Gerne macht sie auch auf wichtige Themen aufmerksam. Für ihr Werk „Margarete“ hat sie sich mit der Geschichte von Margarete Lükermann auseinandergesetzt, die während der NS-Zeit in eine Anstalt eingewiesen wurde. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Anton Stärk in der Kategorie Musik/Komposition/Tanz. Der 16-jährige Detmolder lebt Musik. Als Jungstudent an der Hochschule für Musik Detmold mit dem Hauptfach Schlagzeug singt er in einem Chor und spielt in einer Bigband. Zudem komponiert, produziert, arrangiert und singt er eigene Songs. Beigebracht hat er sich alles selbst und konnte mit seinen Werken schon mehrere erste Plätze bei "Jugend Komponiert" erreichen. Seine Songs sind auf diversen Streaming-Plattformen zu hören. Gespür für Textilien Und auch Lisa Sudermann darf sich über den Förderpreis „Junge Kunst“ freuen, in der Kategorie Design/Fotografie. Nach ihrer Ausbildung als Maskenbildnerin und einer Tätigkeit am Theater entwickelte die 29-jährige Detmolderin ein Gespür für Textilien. Mit ihrer Kunst erforscht sie die sinnliche Wirkung von Materialität. Ihre textilen Objekte sind Ergebnisse einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Stofflichen als physische Substanz und als emotionaler Träger. Begeistert hat sie die Jury besonders mit der autodidaktisch erlernten Technik des Tuftings. Den Förderpreis „Junge Kunst“ erhielt außerdem Nejla Bajric (Kategorie Malerei/Bildhauerei/Grafik), die Erfahrungen mit Grenzübergängen verarbeitet. Die Filme von Henri Graute (Kategorie Kurzfilm/Experimentalfilm) beschäftigen sich mit Fragen von Identität, Körper, Nähe und Wahrnehmung. Elisa-Marie Kluwe (Kategorie Musik/Komposition/Tanz) beherrscht mit Violine und Klavier zwei Instrumente perfekt und singt. Baris Özbük (Kategorie Theater/Schauspiel) studiert Schauspiel an der Universität Mozarteum in Salzburg. In der Arbeit von Laura Wiemers (Kategorie Literatur/Sprache) „Kartografie summender Rückstände - Im Schlick wühlen“ geht es um den Umgang mit Entfernungen.