Bad Salzuflen. Seit die Volkshochschule im vergangenen Jahr auf ihren Anbau verzichten musste, sind Handwerker Dauergäste im Altbau an der Hermannstraße. Die frühere Aula wurde zu vier Schulungsräumen umgebaut, an anderer Stelle wurden drei weitere Räume geschaffen. „Die weggefallenen Räume des Anbaus haben wir damit komplett kompensiert", freut sich VHS-Chef Franz Meyer.
Noch größer wird seine Freude vermutlich, wenn die restlichen Bauarbeiten – unter anderem muss ein Fluchtweg am Gebäude montiert werden – im Frühjahr tatsächlich beendet sind. „Dann kann endlich der Anbau abgerissen und das Grundstück anderweitig verwendet werden", sagte Meyer bei der Vorstellung des VHS-Programms für das erste Semester 2017 in den Räumen der Stadtwerke – neben der Sparkasse Lemgo ein Hauptsponsor der Bildungseinrichtung.
Die Baustellensituation mag auch ein Grund für die 2016 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangenen Teilnehmer- und Veranstaltungszahlen gewesen sein. Dennoch hat die VHS Bad Salzuflen mit 10.003 absolvierten Unterrichtsstunden im vergangenen Jahr das vom Land geforderte Soll von 3.200 Stunden um das Dreifache übertroffen.
Dafür sind in erster Linie die Sprachkurse für Migranten verantwortlich, die zwei Drittel des VHS-Angebots ausmachen. „Die sind unsere Hauptaufgabe und unser wichtigstes Standbein", so Meyer. „Wir sind hier der größte Anbieter solcher Sprachkurse."
Die bilden nun einen eigenen Fachbereich innerhalb der VHS, für den Ullrich Katzwinkel seit Sommer zuständig ist. „Seit Jahresbeginn laufen bereits zehn Sprachkurse, zwei weitere werden demnächst dazu kommen, so dass wir dann 210 Menschen unterrichten", sagte er.
Unter seiner Regie bietet die VHS verschiedene Sprachkurse an: Integrationssprachkurse, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert werden, Alphabetisierungskurse für Menschen, die gar nicht schreiben oder zumindest die ihnen fremde Schrift lernen müssen, Orientierungskurse für Zuwanderer, und den „Leben in Deutschland"-Test, eine Mini-Variante des Einbürgerungstests: „Dabei ist noch keiner durchgefallen", verriet Katzwinkel stolz.
Deutschlehrer, im vergangenen Semester noch Mangelware, hat die VHS inzwischen genug: „Alles Dozenten mit Migrationshintergrund." Sprachprüfungen können in den Kompetenzstufen A1, A2 und B1 abgelegt werden.
Der Andrang ist groß: Bis zu 150 Personen stehen auf der Warteliste. Um alles bewältigen zu können, werden diese Sprachkurse unabhängig von der klassischen Semesterstruktur der VHS durchgängig über das Jahr angeboten – mit vier Wochen Ferien. Einen Wünsch hätte Katzwinkel allerdings schon an seine Schüler: „Sie sollten wenigstens eine Stunde am Tag die gelernten Sprachkenntnisse praktisch anwenden."
Dass das aktuelle Programmheft ein schwedisches Sommerhaus ziert, hat auch seinen (sprachlichen) Grund: Nachdem der langjährige Schwedisch-Dozent Ulrich Müller vergangenes Frühjahr starb, hat die VHS nun mit Andreea Frankenberger und Muttersprachlerin Karin Inger passenden Ersatz gefunden.
Höhepunkte des Semesters
Vorträge finden sämtlich außerhalb des VHS-Hauses statt. Themenschwerpunkt wird im Forum Geschichte 500 Jahre Reformation sein. Diverse Vorträge finden in Zusammenarbeit mit dem Umweltzentrum Heerser Mühle statt. Höhepunkt wird die lippische Naturfilmnacht im Kur- und Stadttheater mit Robin Jähne sein.
Die im vergangenen Jahr begonnene Gästeführer-Ausbildung wird mit zwölf weiteren Kandidaten fortgesetzt. Bis Jahresmitte verfügt die Stadt dann über 24 „Botschafter". Erstmals im Angebot ist ein Bierbrauer-Kursus: Jan-Karl Nielebock wird zeigen, wie man in der heimischen Küche den Gerstensaft herstellt.
Alle Veranstaltungen sind den ausliegenden Programmheften sowie der Homepage zu entnehmen. Anmeldungen sind online, per E-Mail an volkshochschule@badsalzuflen.de, unter Tel. 05222-952-941 oder persönlich in der Geschäftsstelle an der Hermannstraße 12 möglich. Sie ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet (in den Semesterferien nur vormittags).