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Markus Tenkhoff lebt für Eventmarketing

Bad Salzuflen. Das Büro des Chefs? Das lässt sich bei 
„GetPeople“ in Bad Salzuflen nicht so leicht ausmachen. Denn Chef Markus Tenkhoff ist zur Zeit mittendrin, statt nur dabei.

Zugegeben: Wer die ehemalige Arztpraxis betritt, findet hinter der zweiten Tür rechts einen Raum, der früher mal das Büro des Chefs gewesen ist. Weitgehend ausgeräumt, finden sich hier nur einige Relikte: ein paar Postkarten an der Pinnwand – „die sind von meinen Töchtern“ –, zwei Kinderzeichnungen – dito – und ein persönlicher Arbeitsplan mit kurz- und langfristigen Zielen.

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Vier Antworten:
1. Ich bin derzeit sehr zufrieden, weil...

ich das Gefühl habe, dass wir mit „GetPeople" auf dem richtigen Weg sind.

2. Gegenwärtig läuft es bei uns gut, weil...
wir nach fünf Jahren Entwicklungsarbeit endlich auch Bestätigung für unser Konzept auf Bundesebene finden.

3. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass...
sich unser Eventkonzept weiter ausbreitet.

4. Meine Mittagspause verbringe ich...
im Büro, was anderes würde gar nicht gehen.

Doch hier residiert Markus Tenkhoff nicht mehr: „Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich mich da drüben mal dazusetzen muss.“ Drüben, das ist gegenüber auf dem Flur ein aus zwei kleinen Räumen bestehendes Büro, in dem bei Vollbesetzung drei Mitarbeiter sitzen. Und jetzt eben vier, weil Markus Tenkhoff den „Katzentisch“ okkupiert hat.

Ein Telefon, ein Rechner – was Persönliches ist hier nicht zu finden. Es sei denn, die Indizien auf die große Toleranz des Chefs in Bezug auf die Farbgestaltung im Raum: Die Fensterwand gegenüber der Tür strahlt den Besucher in einem Farbton zwischen Türkis und Mint an. Die Zimmertüren sind mit passendem geblümten Stoff bezogen: „Ich hätte mir das vielleicht selbst nicht so ausgesucht, aber ich habe sie einfach machen lassen“, sagt Markus Tenkhoff mit Blick auf seine Mitarbeiterinnen Lea Rammelberg und Laura Avdija. „Sie wissen doch: Die Zukunft gehört ohnehin den Frauen.“

Ohnehin dürfte der Leiter und Gründer von „GetPeople“ ohnehin selten einen Blick für die Raumgestaltung haben – der knapp 55-Jährige scheint ständig irgendwie in Bewegung, auf dem Sprung zu sein. Lässt sich begeistern, und begeistert, ein Macher. „Jau“, sagt er, „ich bin Generalist und hemdsärmelig, ein echter Mittelständler“.

Nicht Mediziner wie sein Vater, in dessen ehemaliger Praxis nun „GetPeople“ arbeitet. Auf den Spuren seines Vaters wollte der gebürtige Grevener nicht wandeln: Er studierte in Münster Betriebswirtschaftslehre, verbesserte nach dem Vordiplom in nur drei Monaten sein schlechtes Englisch in Cambridge und machte in den USA seinen Master of Business Administration.

Er kam zurück und heuerte zunächst bei Grote an, wo er Strategie und Marketing für das GOP-Variete in Essen entwickelte. Veranstaltungen sind sein Ding. „Events sind das beste Mittel, News zu kreieren“, so heißt das für den Werbestrategen. Und: Sie seien ein gutes Mittel, um Informationen an den Mann und in die Herzen zu bringen.

Mit dieser Erkenntnis legte Tenkhoff den Grundstein für die Geschäftsidee: „Eventmarketing“ heißt das Zauberwort. Der erste lippische Schüler-Klima-Gipfel, der am 1. und 2. Februar in der Filmwelt Lippe vor den Toren Lages steigt, ist ein gutes Beispiel dafür. Es geht darum, ein wichtiges Thema an einem ungewöhnlichen Ort mit ungewöhnlichen Mitteln zu transportieren. „Das Ganze ist interaktiv, die Schüler können ihre Smartphones zücken und wir werden sogar eine Live-Schalte zum südlichsten Arbeitsplatz Deutschlands, in die Antarktis haben“, schwärmt er.

Für ihn ist das die Zukunft: „Wir werden 2020 einen großen Einbruch in Sachen Fachkräfte haben. Und Unternehmen, die junge Leute suchen, bietet Eventmarketing den notwendigen ,impact‘“, das ist seine feste Überzeugung. Mit „impact“ meint der Fachmann die notwendige Wirkung. Es gehe um Emotion in Verbindung mit Nachhaltigkeit. Die Botschaft komme so bei der Zielgruppe an.

Wer ihn so hört, der spürt die Begeisterung, die Energie, mit der der Firmenchef sich fast schon selbst zu überholen scheint. Das passt, denn der kreative Kopf findet seine besten Ideen wann? – Genau: Um 5.20 Uhr, jeden Morgen, beim Joggen.

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