Bad Salzuflen-Schötmar. Sie sind steinreich. Dennoch ist Geld für Monika und Martin Fieber nur von marginaler Bedeutung. Denn mehr als 20 Jahre lang bildeten Steine von Achat über Jade bis Rosenquarz und Variscit die materielle Existenzgrundlage von Monika und Martin Fieber. Ausgehend vom ersten Fundstück des damaligen Grundschülers – einem Bergkristall – begleiten Martin Fieber seitdem verschiedene steinerne Kraftquellen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Buchhandlung mit dem dazugehörigen Geschäft in der Krummen Weide den Namen „Bergkristall" trägt. "Einfach mal keinen Plan haben" Besser gesagt: noch trägt. Denn zum 30. September endet für das Ehepaar diese Ära, der Laden schließt: „Unser Plan ist, einfach mal keinen Plan zu haben", bekennen sie. Die Idee, die Leidenschaft für kraftvolle Steine mit der Passion für Bücher zu verbinden, entstand in Paderborn. Dort hatten sich die späteren Eheleute kennengelernt, bevor sie sich mit ihrem ersten Laden zunächst für neun Jahre in der Schötmaraner Schülerstraße niederließen. Natürlich nicht ohne den „Stein des Anstoßes", den Bergkristall. Imposante Neuerwerbungen, darunter ein Stufen-Rauchquarz aus Brasilien, folgten. Den 200-Kilo-Stein hatte das Paar in Bielefeld entdeckt und noch vor allen anderen Investitionen für das Ladengeschäft angeschafft. Denn von der individuellen Wirkung der steinernen Energieträger sind Monika und Martin Fieber felsenfest überzeugt. Ob es den positiven Energien der Steine zuzuschreiben ist, dass die Lokalität spätestens, als mit dem „Bergkristall-Verlag" ein neuer Geschäftszweig hinzukam, zu klein wurde? Dazu stellen die Fiebers keine ernsthaften Überlegungen an. Und die Frage, was zuerst da war – die Steine oder die Bücher – beantwortet Martin Fieber ohne Zögern mit „Steine". Der bekennende Leser, der selbst drei Sachbücher und einen Roman veröffentlicht hat, erzählt, dass ihm die vielseitigen Publikationen halfen, sich selbst zu erkennen. Ähnliche Resonanz, gerade vonseiten der Leser seines historischen Werks „Der Zurückgekehrte", erfreut den Autoren. Überhaupt sind der gelernte Industriekaufmann und studierte Werbetexter und die Heilpraktikerin für Psychotherapie und Familientherapeutin glücklich und dankbar für die Zeit im „Bergkristall". Besonders für die zahlreichen intensiven Begegnungen mit ihren Kunden, die währenddessen über das Stadium der Bekanntschaft hinausgingen. Deutschlandweit waren Menschen auf das spezielle Angebot aufmerksam geworden und trafen sich in Schötmar zu teilweise stundenlangem Gedankenaustausch. „Der menschliche Kontakt hatte stets Priorität", blicken die Geschäftsleute auf viele bereichernde Momente zurück. Nun sind die Beiden offen für neue Erfahrungen – vor allem Entdeckungen in der Natur. Denn diese Beziehung haben sie in den zurückliegenden Jahren aus Zeitgründen kaum pflegen können. Die beiden sind sich einig: „Wir sehen das Ende als Anfang." Ab 1. September startet im Laden der totale Räumungsverkauf.