Bad Salzuflen-Lockhausen. Er war Sozialdemokrat durch und durch, und sein Herz schlug für das Ehrenamt: Nun ist Michael Meier verstorben. Sein ehrenamtlicher und parteipolitischer Einsatz galt zuvorderst den Menschen, die es schwerer haben als viele andere: den Älteren und Menschen mit Behinderung. Für sie setzte sich Michael Meier unter anderem im städtischen Ausschuss für Soziales ein, dem er vorsaß. Zudem war der Lockhauser Vorsitzender des „Netzwerks für Menschen mit Behinderung und Senior/-innen“ (NBS) sowie seit 2021 ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Kreises Lippe. Seit 1999 Ratsmitglied Dass ältere und behinderte Menschen für die Gesellschaft nicht immer Priorität haben, war Meier bewusst. Der Ausschuss für Soziales sei sicher nicht der bedeutendste der Stadt, sagte er einmal im Interview mit unserer Redaktion, kurz nachdem er den Vorsitz in dem Gremium übernommen hatte. „Umso wichtiger ist es, dass die soziale Komponente bei allen Ausgaben und Planungen der Stadt von Anfang mitgedacht wird und nicht erst am Ende, wenn das Soziale entweder hinten rüber fällt oder noch ein bisschen Geld gespart werden soll“, sagte er. Seit 1999 war er Mitglied des Rates der Stadt Bad Salzuflen und hat als dessen Mitglied zahlreiche Entwicklungen begleitet und mit angeschoben. Noch etwa zehn Jahre länger, 34 Jahre lang, war er Mitglied der Sozialdemokratichen Partei Deutschlands. „Es kommt auf die soziale Mischung an“ Für ihn gehörte es auch zu den Aufgaben einer Kommune, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Menschen in ihr zusammenleben sollen, damit keine sozialen Brennpunkte entstehen. Aber auch der einzelne Bürger und die einzelne Bürgerin seien gefragt. „Es kommt immer auf die soziale Mischung an und darauf, dass die Menschen Verantwortung für ihr Quartier übernehmen“, so Meier. Klar war für ihn, dass aber nicht jeder Mensch gleichermaßen in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen. „Fest steht, dass die Zahl der Seniorinnen und Senioren, die neben der Rente auf zusätzliche Leistungen des Staates angewiesen ist, stetig wächst“, stellte er in einem Gespräch fest. „Der Markt regelt nichts“ Michael Meier war jemand, der durchaus auch in der Lage war, das eigene Tun kritisch zu hinterfragen und aus seiner Sicht gemachte Fehler auch zu benennen. So sei es falsch gewesen, dass die Stadt die eigene Wohnungsbaugesellschaft (BWB) mit Zutun der SPD vor rund 15 Jahren verkauft habe. Damit habe man ein Gestaltungswerkzeug zur Schaffung von sozialem Wohnraum aus der Hand gegeben in der Erwartung, der Markt werde das regeln. „Der Markt regelt nichts“, stellte Meier in besagtem Gespräch fest. Michael Meier wurde 68 Jahre alt. Er wird vermisst als Ehemann, Vater, Großvater, Bruder, Onkel und Freund, wie es in der Anzeige der Familie in der LZ heißt.