Bad Salzuflen. Seit Februar säumten grüne Bänder die Extersche, Detmolder und Biemser Straße sowie die Asperheide in Bad Salzuflen. Dahinter verbargen sich Eimer, in die Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichplätzen hineinfallen. 19 freiwillige Helferinnen und Helfer haben die Behälter in den Abend- und frühen Morgenstunden kontrolliert. Molche, Frösche, Kröten und Feuersalamander wurden entnommen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder freigelassen. Zusätzlich sicherten feste und mobile Straßensperren an der Waldemeinestraße, am Berghof und am Hartigsee die gefährdeten Wanderwege. Jetzt ist die Aktion 2025 abgeschlossen. Ralf Plewnia vom Vorstand der BUND-Ortsgruppe Bad Salzuflen stellte die Ergebnisse vor: Im Bereich Extersche/Detmolder Straße hat sich die Zahl der geretteten Tiere mit 1667 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht – trotz der ungünstigen Wetterbedingungen. Einen wesentlichen Grund sieht Plewnia in der Erweiterung um den neuen Abschnitt an der Detmolder Straße. Allein dort gingen 822 Erdkröten in die Eimer der Helfer. Auch die Zahl der Frösche hat sich mit 302 nahezu verdoppelt. Zudem konnten 358 Molche sicher zu ihren Laichplätzen gebracht werden. Unter den geretteten Tieren befanden sich auch drei Feuersalamander, die auf Nahrungssuche zufällig in die Fallen geraten waren. Das gesammelte Datenmaterial wird nun an die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Lippe übermittelt. Dort werden die Ergebnisse aus allen Teilen des Kreisgebiets zusammengeführt und in künftige Aktionspläne einbezogen. So wurden im Naturschutzgebiet Salzetal im Rahmen des Projekts „Grüne Infrastruktur“ bereits Amphibien-Teiche saniert. Weitere Tunnelanlagen an der Exterschen Straße sind seit Jahren in Planung, um den Tieren künftig ein gefahrloses Queren der Straßen zu ermöglichen. Hinter den Zahlen steht großes persönliches Engagement: Eine der Helferinnen ist Dr. Astrid Libuda-Köster (64). Für die pensionierte Gymnasiallehrerin klingelt zweimal pro Woche der Wecker bereits vor Morgengrauen. Ausgerüstet mit wetterfester Kleidung und Stirnlampe startet sie am Parkplatz Loose, kontrolliert die Eimer, dokumentiert die Funde und setzt die Tiere behutsam auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus. Dort deckt sie die quakenden Schützlinge vorsichtig mit trockenem Laub zu, um sie vor Fressfeinden wie Bussarden zu schützen. Nach etwa einer Stunde Arbeit gönnt sie sich einen wohlverdienten Kaffee. Was treibt Artenschützer wie Dr. Libuda-Köster an? Schon als Kind züchtete sie Bienen – ihr Vater war Imker. Besonders geprägt hat sie ein Satz Albert Schweitzers: „Sterben die Bienen – dann sterben auch die Menschen!“ Für sie ist der Schutz der Biodiversität daher eine Herzensangelegenheit. „Jeder gerettete Frosch ist eine große Freude für mich“, sagt sie lächelnd. Auch Ralf Plewnia betont: „Es macht Spaß und ist sinnvoll.“ Er zeigt sich stolz über die wachsende Zahl ehrenamtlicher Unterstützer. Ohne sie, so Plewnia, stünde es um die Amphibienpopulation noch schlechter, denn der zunehmende Straßenverkehr stellt nach wie vor eine große Bedrohung dar. Interessierte, die sich ebenfalls engagieren möchten, können sich bei Ralf Plewnia unter ralf.plewnia@bund-badsalzuflen.de per E-Mail melden.