Lage. Die Freiwillige Feuerwehr Lage möchte ihr Ausrück-Verhalten im Ernstfall weiter optimieren. Dabei kommen zwei ältere Opel-Mannschaftstransportfahrzeuge (MTF) ins Spiel. „Wir planen ein Pilotprojekt, das im kommenden Sommer starten könnte“, sagt Feuerwehrchef Benjamin Brinkmeyer. Das ist geplant: Im Kern geht es um die Atemschutzbereitschaft für das Gebiet der Kernstadt. Um das vorgegebene Schutzziel von maximal acht Minuten von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort einzuhalten, sollen künftig zwei ehrenamtliche Feuerwehrleute im Wechsel einen Feuerwehrwagen abends mit nach Hause nehmen. Direkt zum Einsatzort „Dabei handelt es sich um zwei ältere Mannschaftstransportfahrzeuge, die von anderen Standorten der Wehr stammen und dort durch neue Fahrzeuge ersetzt worden sind“, so Brinkmeyer. Mit den Feuerwehrwagen an der eigenen Haustür können die beiden Bereitschaftskameraden im Fall eines Falles nachts direkt zum Einsatzort fahren. „Ansonsten müssten sie erst zur Wache kommen, sich hier umziehen und dann in die Einsatzfahrzeuge steigen“, erklärt Brinkmeyer. Der Hintergrund: Laut Einsatzvorschriften muss bei einem Feueralarm das ausrückende Team über vier Atemschutzträger verfügen. Manchmal kommt es laut Brinkmeyer allerdings vor, dass in der Wache länger auf eine oder zwei Einsatzkräfte gewartet werden muss - vor allem wenn diese eine weite Anfahrt haben. „In dem Pilotprojekt können wir bereits ausrücken, wenn zwei Atemschutzträger in der Wache eingetroffen sind. Die beiden anderen sind dann idealerweise mit den Mannschaftstransportfahrzeugen bereits ebenfalls auf der Anfahrt direkt zum Einsatzort“, so Brinkmeyer. Absicherung für Angriffstrupp In den MTF befinden sich keine Einsatztechnik und auch keine Atemschutzgeräte. Das gesamte Material kommt mit den Fahrzeugen von der Feuerwache an den Ort des Geschehens. Die Atemschutzbereitschaft mit den Bullis ist für die Zeitspanne von 19 Uhr bis 7 Uhr morgens vorgesehen. Tagsüber sind an der Wache in der Straße „Am Bauhof“ genug Personal und Einsatzfahrzeuge vorhanden. Vier Atemschutzträger am Brandort sind laut Brinkmeyer auch deshalb sinnvoll, weil ein erster Angriffstrupp in der Regel aus zwei Kameradinnen beziehungsweise Kameraden besteht. „Die beiden weiteren Atemschutzträger dienen dann als Absicherung für den ersten Angriffstrupp“, so der Feuerwehrchef. Aktuell würden Gespräche mit potenziellen Bereitschaftsdiensthabenden geführt. Leistungsfähigkeit nachweisen Bewährt sich das Pilotprojekt, könnte es seinen Teil dazu beitragen, dass die Feuerwehr Lage auch weiter ohne hauptamtliche Kräfte mit Feuerwehrbeamten auskommt. Normalerweise ist eine solche Abteilung für Kommunen mit mehr als 25.000 Einwohnern Pflicht, was Lage mit seinen knapp 35.000 Bürgerinnen und Bürgern auch klar übertrifft. „Wenn allerdings die jeweilige Freiwillige Feuerwehr eine entsprechende Leistungsfähigkeit nachweisen kann, ist eine jeweils fünfjährige Befreiung von der Regel möglich“, so Brinkmeyer. Dieser Nachweis steht für die Feuerwehr Lage jetzt wieder an. Genehmigungsbehörde in dem Fall ist die Bezirksregierung Detmold. Seit März bis 19 Uhr besetzt In dem aktuellen „System“ arbeitet die Feuerwehr Lage übrigens seit gut 20 Jahren. Bis 2004 war die Hauptwache in der Kernstadt rund um die Uhr besetzt - mit einer hauptamtlichen Kraft im Wechsel im 24-Stunden-Dienst. Seitdem ist die Wache täglich von 7 bis 17 Uhr und seit dem 1. März 2025 bis 19 Uhr besetzt. Hierfür stehen laut Angaben der Feuerwehr 16 hauptberufliche Feuerwehrkräfte zur Verfügung, die bei der Stadt Lage angestellt sind und sicherstellen, dass an Werktagen jeweils acht Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, die nach einer Alarmierung sofort ausrücken können. Dies ist auch deshalb nötig, weil viele freiwillige Kräfte unter der Woche unter anderem wegen weiter entfernten Arbeitsplätzen im Fall eines Falles nicht schnell genug zur Hauptwache kommen können.