Lemgo. Die Stadt Lemgo hat gemeinsam mit ihrer Freiwilligen Feuerwehr den Brandschutzbedarfsplan für die Jahre 2026 bis 2030 fortgeschrieben. Kommunen müssen dies spätestens alle fünf Jahre tun, um eine leistungsfähige Feuerwehr vorzuhalten. Inhaltlich geht es darum, zu sehen, wo die Stadt mit ihrer Feuerwehr steht und was noch zu tun ist. Im Haupt- und Finanzausschuss stellte Lemgos Feuerwehrchef Lars-Uwe Brede das 78 Seiten umfassende Werk nun vor. Es wurde einstimmig von der Politik abgesegnet. Der Rat hat in seiner Sitzung am Montag, 6. Oktober, das letzte Wort. Fahrzeuge Laut Plan sollen insgesamt neun neue Fahrzeuge in den kommenden fünf Jahren angeschafft werden. Im kommenden Jahr soll die Einheit Lemgo ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) erhalten. Das jetzige ist bereits zehn Jahre alt und liegt damit genau im Durchschnitt. Außerdem soll die Löschgruppe Kirchheide ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) bekommen. Ihr bisheriges hat schon 25 Jahre auf dem Buckel. Für 2027 steht die Beschaffung eines neuen Vorauslöschfahrzeugs für die Tages-Alarm-Unterstützung bei der Firma Brasseler an. Das jetzige ist 13 Jahre alt. Der Löschzug Lemgo bekommt ein neues HLF. Das bisherige kommt nach Lieme, wo es ein 20 Jahre altes Löschfahrzeug ersetzen wird. 2028 soll am Standort Ost ein 22 Jahre altes Tanklöschfahrzeug ersetzt werden. Ein Jahr später steht eine Reihe von Investitionen an: So sollen ein neuer Kommandowagen, ein neues Fahrzeug für die Feuerwehrleiter und ein neues MTF her. Für 2030 ist noch die Anschaffung eines weiteren MTF vorgesehen. Gerätehäuser Auch an den unterschiedlichen Standorten stehen Investitionen an. Am Feuerwehrgerätehaus Ost für die Einheiten Brake und Voßheide (Voßheiderstraße 1) wird derzeit eine etwa 15 mal 20 Meter große Mehrzweckhalle gebaut, die als Unterstand für zwölf Abrollbehälter dienen soll. Das Dach soll laut Brede begrünt werden und eine Photovoltaikanlage erhalten. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Die Löschgruppe Lieme bekommt ein ganz neues Feuerwehrgerätehaus an einem neuen Standort: Bislang ist die Einheit an der Bielefelder Straße beheimatet, künftig soll es am Lehbrinksweg weitergehen. „Die Baugenehmigung für das Gerätehaus liegt vor. Im Frühjahr nächsten Jahres soll der erste Spatenstich erfolgen“, sagte Brede. Die Inbetriebnahme wäre dann aber erst 2027. Darüber hinaus soll bei Brasseler mehr Platz für ein größeres Fahrzeug geschaffen werden. „Wir haben dort derzeit 18 Mitarbeiter, die bei der Feuerwehr sind, aber nur vier Personen haben im Fahrzeug Platz“, veranschaulichte Brede. 2028 stehe außerdem der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Kirchheide an. „Wir wollten da eigentlich viel Geld in den Standort stecken, aber das hätte uns nicht viel weitergebracht“, erklärte der Feuerwehr-Chef den Neubau. Ursprünglich war eine Modernisierung und Erweiterung für 2021 angedacht. Doch nach einer genauen Betrachtung der Bausubstanz seien die Pläne verworfen worden. Aktuell werde nach einem geeigneten Grundstück gesucht. Am Standort Lüerdissen fehle noch die Geschlechtertrennung sowie weiterer Platz für die Schutzausrüstung. Das soll 2031 umgesetzt werden. Gleiches gelte für die Hauptwache ab 2028. Darüber hinaus bedarf es dort unter anderem einer witterungsgeschützten Unterstellmöglichkeit für die Container, MTF und Anhänger sowie weiterer Büroflächen. Daher strebe die Feuerwehr eine Erweiterung und dazu den Kauf eines weiteren Grundstücks an. Personal Die Personalstärke ist in den vergangenen Jahren ziemlich konstant geblieben. Im vergangenen Jahr hatte die Feuerwehr Lemgo 220 aktive Mitglieder, davon 24 Frauen. Zum Vergleich: 2008 waren es 213 Aktive. Doch von einem „ausreichenden Personalstand“ könne nicht gesprochen werden. Denn bei drei Löschgruppen (Voßheide, Hörstmar und Kirchheide) werde die Mindestmannschaftsstärke von 20 Kameradinnen und Kameraden nicht erreicht. Um die ständige Einsatzbereitschaft sicherzustellen, sei daher eine Regelung eingeführt worden, die die Mitglieder entsprechend ihrem Wohnort den Standorten zuordnet. Außerdem seien im Haus Sauermann am Regenstorplatz drei Büroräume für Kameradinnen und Kameraden eingerichtet worden, die dort mobil arbeiten können, um die Tagesverfügbarkeit zu stärken. „Nachts sind wir aber so effektiv wie eine hauptamtliche Wache“, sagte der Feuerwehr-Chef. Das Durchschnittsalter liege bei 37,5 Jahren. „Wir sind sehr zufrieden mit der Altersstruktur“, sagte Brede denn auch. Das zeigt sich auch bei der Jugendfeuerwehr. Derzeit seien 80 Jugendliche verteilt auf vier Gruppen dabei. Damit die ehrenamtliche Arbeit bei der Feuerwehr weiterhin attraktiv ist, soll ein Projektteam aus den Reihen der Feuerwehr und der Verwaltung ein Konzept für „wertschätzende Maßnahmen“ entwickeln. Außerdem wurden die Erreichbarkeiten der Wehr zu Einsätzen in Lemgo überprüft. Demnach gebe es vor allem im Bereich Entrup Bedarf. Löschwasser & Sirenen Ein weiteres Thema ist die ausreichende Versorgung mit Löschwasser. „Wir werden Probleme mit einigen Löschteichen im Stadtwald bekommen“, sagte Brede. Diese würden aufgrund der klimatischen Veränderungen entfallen. Darum habe die Feuerwehr bereits 2022 ein Fördersystem angeschafft. Zusätzlich sollen weitere Lösungen her. Dazu gebe es auch Gespräche mit den Stadtwerken. Darüber hinaus sollen drei zusätzliche Sirenen zur Warnung der Bevölkerung aufgestellt werden: beim Bauhof an der Herforder Straße, auf dem neuen Feuerwehr-Gerätehaus in Lieme und in Matorf. Verkehr Außerdem betonte Brede wie wichtig die Ost-West-Achse Regenstor-, Schuh- und Stiftstraße für die Erreichbarkeit der Feuerwache ist. „Aus Sicht der Feuerwehr ist es von zentraler Bedeutung, dass der Verkehrsfluss auf dieser Achse dauerhaft gesichert bleibt.“ Nur so könne eine schnelle und zuverlässige Einsatzbereitschaft gewährleistet werden. Auch bei künftigen Baumaßnahmen im Umfeld der Feuerwache, zum Beispiel bei der geplanten Umgestaltung der Kreuzung Sieben Linden, sei die Feuerwehr frühzeitig und kontinuierlich zu beteiligen. Außerdem sei eine „intelligente Ampelsteuerung im Stadtgebiet“ zu prüfen. In anderen Städten gebe es so etwas schon. Abschließend heißt es: Die Feuerwehr „ist auf Grundlage der Maßnahmen aus der letzten Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans und den in dieser Fortschreibung festgehaltenen Maßnahmen grundsätzlich gut für die Zukunft aufgestellt. Dies gilt, sofern alle Maßnahmen in den veranschlagten Fristen umgesetzt werden“.