Sprayer hinterlassen fremdenfeindliche Parolen - Polizei sucht Dosen-Finder

Sylvia Frevert

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- © Symbolbild LZ
Polizei (© Symbolbild LZ)

Barntrup. War es ein Dumme-Jungen-Streich? War es eine politisch motivierte Tat oder ein Racheakt in der Nachbarschaft? In der Nacht zum Dienstag haben Täter Häuser, Schaufenster und Autos in der Barntruper Innenstadt beschmiert. Und zwar mit Schimpfwörtern, Hakenkreuzen, Fadenkreuz, SS-Zeichen und fremdenfeindlichen Parolen. Das hat den Staatsschutz aus Bielefeld auf den Plan gerufen, der jetzt ermittelt.

Mittlerweile wurde bekannt, dass eine bei den Taten verwendete Spraydose in der Nähe des Barntruper Schlosses gefunden worden sein soll. Bei der Polizei wurde diese bislang nicht abgegeben. Die Beamten bitten den Finder, mit der Polizei in Lemgo unter Tel. 05261-9330 in Kontakt zu treten.

Das ist passiert: Ein Café, ein Restposten-Geschäft, eine Apotheke, ein Kosmetikstudio, eine Schneiderei, ein Imbiss und mehrere Autos im Bereich der westlichen Mittelstraße und der Unteren Straße sind mit gelber Acrylfarbe besprüht worden. Die Polizei und der Staatschutz Bielefeld, die bei womöglich politisch motivierten Taten ermitteln, sprechen von 13 bekannten Fällen. Polizeisprecher Michael Kötter schließt aber weitere Geschädigte nicht aus.

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Ein Anwohner erinnert sich gegenüber der LZ an Geräusche in der Nacht - so gegen 3.30 Uhr. Offensichtlich hatte jedoch niemand dem Krach Aufmerksamkeit geschenkt. Am Morgen dann der Schreck, als das Ausmaß der nächtlichen Sprühattacke sichtbar wird: Mit gut haftender gelber Acrylfarbe haben die Täter versucht, so viel Schaden wie möglich anzurichten.

Insbesondere Autos sind betroffen. Die Farbe war auf den Lack sowie in den Kühlergrill eingesprüht worden. Zum Glück, so ein Anwohner, habe die Sprühattacke zu einer Zeit stattgefunden, in der der Morgentau bereits die Fahrzeuge benetzt hatte. Deshalb habe die Farbe mit einigem Aufwand entfernt werden konnte. „Wäre es trocken gewesen, hätte man die Autos neu lackieren müssen", sagt der Anwohner.

Auffällig ist, dass lediglich der westliche Teil der Mittelstraße und Unteren Straße betroffen sind. Dafür wurden hier anscheinend – vom Auto eines Senioren über Schaufensterscheiben – wahllos Gegenstände und Häuser besprüht. Teils mit Hassparolen und rechtem Gedankengut, teils aber auch mit satanistischen Sprüchen und Fäkalsprache, Rechtschreibfehler inklusive.

Die Inhaber der betroffenen Einzelhandelsgeschäfte haben laut LZ-Recherche unterschiedliche Nationalitäten. Darunter sind auch Deutsche. Wie ein Anwohner sagt, gab es in dem Viertel bereits häufiger Ruhestörungen. Oft musste auch die Polizei gerufen werden.

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