Fünf Jahre vermisst: Was Maria H. der Polizei erzählt hat

Dirk-Ulrich Brüggemann

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Maria H. ist nach Hause zurückgekehrt und wird nicht mehr von der Polizei gesucht. Aus Gründen des Opferschutzes kürzt LZ.de den Namen der 18-Jährigen nun ab und verpixelt das Foto, mit dem die Polizei nach ihr suchte. - © Polizei
Maria H. ist nach Hause zurückgekehrt und wird nicht mehr von der Polizei gesucht. Aus Gründen des Opferschutzes kürzt LZ.de den Namen der 18-Jährigen nun ab und verpixelt das Foto, mit dem die Polizei nach ihr suchte. (© Polizei)

Blomberg/Freiburg. Die im Alter von 13 Jahren mit dem Blomberger Elektriker Bernhard Haase verschwundene Maria H. aus Freiburg ist von Beamten des Polizeipräsidiums Freiburg zu der Zeit ihrer Abwesenheit befragt worden. Das Gespräch fand bei Maria H. zu Hause in Freiburg statt. Die heute 18-Jährige war am letzten Freitag in die Wohnung zu ihrer Mutter zurückgekehrt. Freunde des Vaters hatten das Mädchen nach fünfeinhalbjähriger Abwesenheit aus Mailand abgeholt. Dort hatte die junge Frau wie verabredet an einem Busbahnhof gewartet.

Wie Polizeisprecherin Laura Riske mitteilte, geht Maria H. „augenscheinlich gut und sie ist wohlauf". In dem Gespräch mit den Ermittlern gab sie an, dass sie Freiburg im Mai 2013 gemeinsam mit Bernhard Haase verlassen hatte. Die Schülerin hatte den 40 Jahre älteren Mann in einem Chat im Internet kennengelernt. Er hatte sich damals „Karlchen" genannt und behauptet, er sei 15 Jahre alt. Erst viel später beichtete er Maria sein wahres Alter. Haases Ehefrau war ihrem Mann auf die Schliche gekommen und hatte ihn bei der Polizei angezeigt. So erfuhr Marias Mutter von der Beziehung ihrer Tochter.

Mit Bernard Haase in Polen unterwegs

Maria H. bestätigte den Polizisten im Gespräch, dass sie mit Bernhard Haase einige Zeit in Polen in Gorlice verbracht habe. Dort hatten Zeugen das ungleiche Paar gesehen. Fahnder stellten dort auch den grauen Skoda von Bernhard Haase sicher. Die Kennzeichen waren zuvor in Sachsen gestohlen worden.

Anwohner bestätigen, dass sich die beiden seit mehreren Wochen in Polen aufhielten, sie wurden sowohl beim Übernachten im Fahrzeug als auch beim Einkauf in Lebensmittelgeschäften gesichtet. Ebenfalls dort gefunden wurde auch Haases weißer Schäferhund, der an einem Gartenhäuschen angeleint war.

Mit Fahrrad und Zelt allein durch Osteuropa

Maria H. erklärte den Beamten, dass sie nach einiger Zeit allein weiter gezogen sei. „Mit einem Fahrrad und einem Zelt fuhr sie nach eigenen Angaben alleine durch mehrere osteuropäische Länder und kam nach etwa drei Monaten in Italien an, wo sie seitdem wohnte. Finanziell hielt sie sich mit Gelegenheits-Jobs wie Fensterputzen oder Hilfe im Haushalt über Wasser. Vor etwa zwei Jahren bezog sie in Italien eine Wohnung und finanzierte ihren Lebensunterhalt weiterhin durch jobben", teilte die Polizeisprecherin weiter mit. Wo Bernhard Haase sich seit der Trennung aufhalte, weiß Maria H. nach Polizeiangaben nicht.

Der Haftbefehl gegen den früheren Schatzmeister der rechtsgerichteten Partei „Die Republikaner" wegen Kindesentziehung und sexuellem Missbrauch besteht weiter.

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