Blomberg soll kein „Donut-Ort“ werden

LZ

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Die Grünen sehen eine weitere Ausweisung von Siedlungs- und Gewerbegebieten in Blomberg sehr kritisch. - © Symbolfoto: pixabay.com
Die Grünen sehen eine weitere Ausweisung von Siedlungs- und Gewerbegebieten in Blomberg sehr kritisch. (© Symbolfoto: pixabay.com)

Blomberg. Bündnis 90/Die Grünen in Blomberg halten den Entwurf für den Regionalplan OWL nicht für eine zukunftsorientierte Flächen- und Infrastrukturpolitik, bei der dem sparsamen Umgang mit Boden und Ressourcen, der Umwelt-, Natur- und Artenschutz sowie dem Klimaschutz eine zentrale Bedeutung beigemessen werden muss. Das teilen die Grünen mit. Eine entsprechende Stellungnahme habe die Fraktion im Rat abgegeben.

Die Grünen sehen eine weitere Ausweisung von Siedlungs- und Gewerbegebieten in Blomberg sehr kritisch. „Wegen des demografischen Wandels wird sich die Bevölkerung in Blomberg zukünftig verringern. Außerdem droht bereits jetzt die Kernstadt in einen sogenannten Donut-Ort zu mutieren. Eine Erweiterung der Außengebiete verstärkt diesen Trend", schreiben die Grünen.

Kein Gewerbegebiet

Sie lehnen das von der Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme geforderte Gewerbe-/ Industriegebiet im Bereich Maspe/Freismissen südlich der K 73 ab. „Erstmals würde die Ausdehnung bis an einen peripheren Siedlungsbereich ausgedehnt. Die Fläche grenzt zudem eng an bestehende Naturschutzgebiete an und würde die Wiesen- und Bachauen-Landschaft-Diestelbach signifikant einzwängen", so die Fraktion.

Zudem sprechen sich die Grünen gegen die im Regionalplan vorgesehenen geplanten Ortsumgehungen im Blomberger Gebiet aus. Überregionale, große Straßenbauprojekte seien nicht zukunftsweisend, da sie im Grundsatz dazu führten, das Autofahren attraktiver zu machen. Bei großem Flächenverbrauch und Eingriffen in die Natur überwögen außerdem die Nachteile den praktischen Nutzen solcher Projekte. Dies werde besonders deutlich am Beispiel der im Regionalplan vorgesehenen Ortsumgehung Herrentrup.

Ortsumgehung Herrenturp

„Der Verkehr wird lediglich umgelenkt und sodann andere Bewohner (u. a. des Neubaugebiets), die zuvor nicht an einer stark befahrenen Straße lebten, sodann mit deutlich vermehrten Straßenlärm leben müssten", heißt es weiter.

Außerdem fordern die Grünen, dass im Regionalplan OWL als weiteres Ziel, die Verknüpfung von Siedlungsbereichen durch Radwege ergänzt wird, zum Beispiel die Strecke Brüntrup, Cappel, Kleinenmarpe, Dalborn, Donop, Blomberg, Istrup. Zudem sollten Vorranggebiete für die Nutzung von Windenergie sowie Flächen zur Nutzung anderer regional erzeugter erneuerbarer Energien im Regionalplan OWL festgelegt werden. Mit einer solchen Vorgabe für die kommunale Bauleitplanung würde die Standortfindung von Windenergieanlagen erleichtert und damit ein regionalplanerischer Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz geleistet werden.

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