Messerstecherei am Detmolder Bahnhof - ein Schwerstverletzter

Thomas Reineke und Benedikt Schülter

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(© Symbolfoto dpa)

Detmold. Am Samstag kam es am Detmolder Bahnhof zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen afghanischer Staatsangehöriger. Bei dem Streit wurden Hieb- und Stichwaffen eingesetzt, wodurch ein Mann lebensgefährlich verletzt wurde.

Nach bisherigen Erkenntnissen trafen gegen 17.30 Uhr am Bahnhof in Detmold zwei Gruppen junger Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren aufeinander und gerieten in Streit. Aus dem Streit entwickelte sich eine Schlägerei, bei der auch Hieb- und Stichwaffen zum Einsatz kamen. Ein 18-jähriger Afghane wurde dabei durch einen Messerstich in den Brustkorb lebensgefährlich verletzt.

Die Männer der gegnerischen Gruppe flüchteten daraufhin vom Tatort. Im Rahmen der Fahndung konnte die Polizei Lippe insgesamt vier junge Männer im Detmolder Stadtgebiet vorläufig festnehmen. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen ergab sich der Tatverdacht gegen einen fünften Mann, der dann in seiner Wohnung in Horn-Bad Meinberg vorläufig festgenommen werden konnte.

Verdächtige kommen aus Bielefeld und den Kreisen Gütersloh und Lippe

„Das ging alles rasend schnell", sagt Jan Schmidt zu dem Vorfall. Er ist Inhaber des Detmolder Bahnhofkioskes und war zur Tatzeit am späten Samstagnachmittag im Geschäft. Einige seien aus dem Zug gestiegen und auf andere Männer am Bussteig drei getroffen. Und plötzlich sei ein Mann zu Boden gegangen. „Nur Minuten später war auch der Krankenwagen da – und die Polizei", sagt Schmidt.

Auf dem Bussteig habe sich eine Blutlache gebildet. Die Ermittler hätten Zeugen verhört und auch Videoaufzeichnungen – am Detmolder Bahnhof gibt es eine Kameraüberwachung – analysiert. Die Deta-Taxizentrale, die auch im Gebäude ansässig ist, wurde erst durch den Rettungswageneinsatz auf den Vorfall aufmerksam.

Das Polizeipräsidium Bielefeld setzte wegen des versuchten Tötungsdelikts unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Thorsten Stiffel eine 12-Mordkommission "ZOB" mit Unterstützung der Polizei Lippe ein. Bei der Festnahme der Tatverdächtigen wurden Schlagstöcke und Messer sichergestellt.

Die Tatverdächtigen sind in Bielefeld, im Kreis Gütersloh und im Kreis Lippe wohnhaft. Alle wurden noch in der Nacht vernommen und machten unterschiedliche Angaben zum Tathergang und zu den Tatbeteiligungen. Das lebensgefährlich verletzte Opfer wurde in einem Krankenhaus notoperiert.

Zum jetzigen Stand der Ermittlungen sind die Tatbeteiligungen und der Tathergang weiterhin unklar. Auch die Anzahl der an der Auseinandersetzung beteiligten Personen ist noch nicht abschließend geklärt. Alle Tatverdächtigen wurden nach Vernehmungen entlassen. Die Ermittlungen dauern an.

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