Traktorentreffen in Brokhausen begeistert Besucher

Jost Wolf und Guntmar Wolff

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Alte Landmaschinen im Einsatz: Am Steuer des 45-PS-Vorkriegs-Lanz-Bulldog von Dr. Hans Broede probiert sich Bürgermeister Rainer Heller im Pflügen. Rechts neben dem Traktor läuft Hermann Ollenburg. - © Jost Wolf
Alte Landmaschinen im Einsatz: Am Steuer des 45-PS-Vorkriegs-Lanz-Bulldog von Dr. Hans Broede probiert sich Bürgermeister Rainer Heller im Pflügen. Rechts neben dem Traktor läuft Hermann Ollenburg. (© Jost Wolf)

Detmold-Brokhausen. Pflügen, Dreschen, Hackschnitzelherstellung und Staunen – das Alttraktorentreffen und die Pflugtage haben am Wochenende wieder viele Freunde alter Landmaschinen nach Brokhausen gelockt. 300 Fahrzeuge, darunter Klassiker wie der Lanz Bulldog in verschiedenen Ausführungen, aber auch zahlreiche penibel restaurierte Eicher-Traktoren oder Schätzchen wie ein Porsche Diesel standen auf dem Hof an der Brokhauser Straße und wurden von vielen Besuchern inspiziert.

„Das gute Wetter hat viele Leute dazu gebracht, zu uns zu kommen", freute sich Bernd Klenke, Vorsitzender des Vereins „Alt-Traktoren- und Nutzfahrzeugfreunde Fürstenthum Lippe". Dabei waren es nicht nur Mitglieder aus dem Verein, die ihre Traktoren zur Schau stellten. „Wir haben hier sogar welche, die aus den Niederlanden und dem Rheinland heute mit ihren Treckern bei uns sind", sagte Klenke.

Bürgermeister Heller hat einen Ritt gewagt

 


Die Veranstaltung, so auch das Fazit vieler Gäste, sei etwas Besonderes, da die alten Traktoren nicht nur – wie bei anderen Ausstellungen – nebeneinander präsentiert würden. „Die Besitzer nutzen hier die Möglichkeit, mit ihren Pfluggeräten den Acker zu bearbeiten und alles aus den Motoren rauszuholen", erklärte Sebastian Klemme. Der Baudenkmalpfleger aus dem Kalletal, der in seiner Freizeit alte Traktoren restauriert, war mit einem Hanomag R217S vor Ort. „Das ist einfach eine ganz besondere Atmosphäre", urteilte der Treckerfreund.

Information

Bulldogge

In Teilen Deutschlands ist „Bulldog" heute noch die umgangssprachliche Bezeichnung für Ackerschlepper. Lanz Bulldogs gelten als einfach und robust und können mit günstigem Rohöl betrieben werden. Die Front des Ur-Bulldogs ähnelte dem Gesicht einer Bulldogge – daher kommt der Name.

Viele, die keinen eigenen Hof hätten, nutzten die Möglichkeit, um sich hier einmal auszutoben, so seine Einschätzung. Einen ganz besonderen Programmpunkt bot am Sonntag dann das traditionelle Wettheizen. Dabei entzünden die Glühkopf-Bulldog-Fahrer die Heizlampen ihrer Fahrzeuge und bringen damit den Glühkopf zur Rotglut. Dann werden die Einzylindermotoren, die teilweise bis zu 10,3 Liter Hubraum haben, per Hand angeworfen. Am schnellsten schaffte das in knapp drei Minuten Julian Freitag. „Das zu sehen und zu hören ist immer wieder beeindruckend", so Klenke.

„Die Mitglieder in unserem Verein haben alle etwas gemeinsam: die Begeisterung für Alt-Traktoren, landwirtschaftliche Maschinen und Nutzfahrzeuge aller Art", sagte Klenke stolz. Dabei sei es egal, ob es sich um einen kleinen Holder-Einachser, um einen Güldner-Sechszylinder der 60er Jahre oder einen Lanz-Bulldog-Einzylinder aus den 40er oder 50er Jahren handele. Klenke: „Alle Maschinen verströmen ihren eigenen Reiz." Bei Manchen riefen sie Erinnerungen hervor, Andere wiederum begeisterten sich für die alte Technik, die sie selbst nur aus Erzählungen oder Büchern kennen würden.

Und so waren es eben nicht nur die stolzen Besitzer, die vor und auf ihren Landmaschinen posierten, sondern auch die Besucher, die sich um die Fahrzeuge aus längst vergangenen Tagen scharten.

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