Detmolder Hobby-Paläontologe findet seltenes Fossil

Martin Hostert

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Gut 190 Millionen Jahre alt: Diesen Ammoniten hat ein Detmolder bei Straßenbauarbeiten entdeckt. - © LWL/Schlösser
Gut 190 Millionen Jahre alt: Diesen Ammoniten hat ein Detmolder bei Straßenbauarbeiten entdeckt. (© LWL/Schlösser)

Detmold. In der Nähe von Detmold hat Hobby-Fossilienforscher Michael Wiemers einen 40 Zentimeter großen Ammoniten aus dem unteren Schwarzen Jura gefunden. „Ein ganz besonderer Fund", berichtet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Wo genau der Ammonit – eine ausgestorbene Teilgruppe der Kopffüßer – entdeckt wurde, verrät Bianca Fialla vom LWL-Museum für Naturkunde in Münster, indes nicht: „Wir fürchten Raubgräber." Ammoniten-Funde aus der Kreide seien in Westfalen zwar relativ häufig, aber aus dem Unteren Jura in dieser Größe eine Seltenheit, erklärt Dr. Achim Schwermann, Fachmann des LWL, in einer Pressemitteilung.

Es handele sich um einen Ammoniten aus der Gattung Arietites. Das Fossil sei etwa 190 bis 199 Millionen Jahre alt und für diesen Teil der Erdgeschichte „ein vortrefflicher Fund." Es sei der erste vollständig erhaltene Ammoniten-Fund aus dieser Zeit im Kreis Lippe.

„Wenn Michael Wiemers Bauarbeiten am Straßenrand sieht, schaut er immer etwas genauer hin", lobt Schwermann. Dessen Interesse gelte dem Erdreich, denn das halte Schätze für ihn bereit. Als langjähriger, ehrenamtlicher Mitarbeiter des LWL-Museums für Naturkunde in Münster habe er schon viele Fossilien entdeckt.

Vergangene Woche habe Michael Wiemers erneut ein gutes Auge bewiesen: „Wenn schwarzes Gestein zu sehen ist, kommt es meist aus dem Jura. Da musste ich dann einfach genauer hinsehen", wird Wiemers in der Pressemitteilung zitiert. Er sei auf dem Weg nach Hause gewesen, als er Gesteinsbrocken am Straßenrand sah, die bei Bauarbeiten hervorgehoben worden waren. Nach näherer Betrachtung sei ihm klar geworden, dass er etwas Interessantes vor sich hatte.

Gleich am nächsten Tag hat der Hobby-Paläontologe daraufhin den Fund mit Folie und Hinweisschildern geschützt und dann dem Museum in Münster gemeldet. „Die Gefahr bei solchen Funden ist, dass sie von interessierten Leuten direkt mitgenommen werden und in privaten Sammlungen verschwinden", berichte Michael Wiemers weiter. „Der Block, in dem dieser Ammonit steckt, ist zum Glück etwa 200 Kilogramm schwer und passt daher nicht so leicht in ein Auto." Nach dem Wochenende habe er dann gleich früh morgens mit den Arbeitern an der Baustelle gesprochen und ihnen seinen Fund erklärt.

Als die Fachleute des Landschaftsverbandes die Fundmeldung erhielten, machten sie sich auf den Weg nach Lippe und sicherten den Fund dank der Hilfe der Arbeiter und eines Baggers vor Ort. In der Präparationswerkstatt des LWL-Museums reinigen Experten das Fossil nun und konservieren es dann, damit es in die Sammlung aufgenommen und in Ausstellungen gezeigt werden kann.

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