Detmold. Blätter auf den Gehwegen, vor den Garagen, in den Abläufen und Dachrinnen – dass sich Bürger über Laub ärgern, kommt immer wieder vor. So auch eine Anwohnerin der Feldstraße, die nicht nur über einen hohen Reinigungsaufwand klagt, sondern sich auch aus anderen Gründen an den Bäumen vor ihrer Haustür stört. Ihrer Ansicht nach habe die Stadt an dieser Stelle die falsche Baumart gewählt, sie seien viel zu groß für den Standort. Am liebsten hätte es die 89-Jährige, wenn die Pflanzen durch kleinere mit weniger Laubwurf ersetzen würden. Doch dafür gibt es wenig Hoffnung. Dass sie sich als Eigentümerin um ihr Grundstück kümmern müsse, sei ihr natürlich klar. Aber: „Ich habe die Bäume nicht gewollt", sagt die 89-Jährige. Sie habe zwei Mal für die Straße bezahlt – als sie in den 1950ern errichtet worden sei und noch einmal in den 1990ern, als die Straße verschmälert und die Bäume gepflanzt worden seien. Mittlerweile seien sie höher als die Häuser und viel zu groß für den Standort. Dabei bezieht sie sich auch auf Untersuchungen, die die Stadt zur Aufstellung eines Stadtbaumkonzeptes für den historischen Stadtkern und den Inneren Ring beauftragt hatte. Diese hätten gezeigt, dass die Stadt an einigen Stellen in der Innenstadt falsche Baumarten gepflanzt habe. In der Marienstraße gebe es beispielsweise kugelige Bäume, die regelmäßig geschnitten würden und weniger Dreck machten. Die Stadt Detmold kann hingegen keinen Fehler erkennen: „Die Bäume in der Feldstraße wurden nach dem damaligen Kenntnisstand gepflanzt, und es gab dabei keine Anhaltspunkte, dass es sich um eine falsche Baumart für die Straße handelt", heißt es auf Nachfrage aus der Verwaltung. Für das Stadtbaumkonzept sei überprüft worden, welche Baumarten für welche Standorte nach heutigem Kenntnisstand am besten geeignet wären – vor dem Hintergrund der sich ändernden Umwelteinflüsse (Trockenheit, Hitze). In dem Konzept seien aber keine Aussagen zur Feldstraße getroffen, die dort gepflanzten Baumarten nicht erneut zu verwenden. „Ein Ersatz dieser Bäume ist nicht vorgesehen, haben sich die Bäume doch sehr gut entwickelt und weisen eine hohe Vitalität auf. Eine Fällung ist weder aus Verkehrssicherungsgründen noch aus Gründen der Vitalität der Bäume vertretbar."