Fremdverschulden? Auto verliert während Fahrt durch Detmold alle Räder

Silke Buhrmester

  • 0
Die Polizei sucht Zeugen. - © Symbolbild:Pixabay
Die Polizei sucht Zeugen. (© Symbolbild:Pixabay)

Detmold-Klüt. Es gibt Dinge, die gibt es nicht. Denkt man. Und dann passieren sie doch: Lukas Sachs kann jetzt von genau so etwas erzählen. Der 22-Jährige war am Donnerstagnachmittag auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, als er in einen kuriosen Unfall verwickelt wurde. Ein entgegenkommender Wagen verlor mitten im Berufsverkehr alle vier Räder – eins beschädigte das Auto von Lukas Sachs erheblich.

Verletzt wurde zum Glück niemand. „Und viele Fahrer und Passanten hielten sofort an und fragten, ob etwas passiert sei, dafür bin ich sehr dankbar", berichtet der Detmolder. Er war am Donnerstag gegen 15.20 Uhr auf der Lemgoer Straße in Richtung Klüt unterwegs. „Mir kam ein Auto mit Überführungskennzeichen entgegen, und direkt dahinter noch eins. Da hab ich noch gedacht: Da kaufen aber viele Leute gerade Autos", erinnert er sich. Erst dann sei ihm aufgefallen, dass das zweite Auto, das aus Richtung Klüt stadteinwärts fuhr, seltsam ins Schlingern geraten war, die Vorderräder so seltsam herumeierten und Funken flogen: „Ich dachte erst, der hat einen Platten und versucht, an den Fahrbahnrand zu fahren."

Doch der 36-jährige Fahrer des mit vier Personen besetzten Ford Focus hatte ein ganz anderes Problem: Alle vier Räder lösten sich gleichzeitig von dem Fahrzeug, das er gerade erst erworben hatte. Lukas Sachs erinnert sich: „Das rechte Hinterrad flog auf den Radweg auf der anderen Seite, die beiden linken Räder rollten auf mich zu. Die Autofahrerin vor mir konnte noch ausweichen. Und ich dachte so, du musst jetzt mal bremsen. Aber man will sowas einfach nicht glauben."

Passanten und Autofahrer halten an

Das eine Rad trifft das Fahrzeug des 22-Jährigen – ebenfalls ein Ford Focus, aber Baujahr 2017, ein jüngeres Modell als der Unfallwagen – frontal. Jede Menge Teile gehen zu Bruch, der Schaden beträgt mehrere tausend Euro. Lukas Sachs selbst aber kommt mit dem Schrecken davon: „Darüber bin ich froh, das Rad hätte ja auch in meine Windschutzscheibe springen oder das andere Auto frontal in mich hineinfahren können." Vielleicht, glaubt er, sei es auch sein Glück gewesen, dass er mit 60 oder 70 Kilometer pro Stunde noch nicht so schnell war, denn kurz zuvor habe er noch an einer roten Ampel gestanden.

Dem 36-jährigen Fahrer sei es glücklicherweise auch gelungen, das Fahrzeug am Rand zu stoppen, nachdem es mindestens 20 Meter auf den Bremsscheiben gefahren sei: „Und das seltsame war: Die Radmuttern waren noch am Fahrzeug", erinnert sich der 22-Jährige.

Die Polizei hat das Unfallfahrzeug beschlagnahmt. Sie beziffert den Gesamtschaden auf rund 13.000 Euro. Wie sich alle vier Räder vom Fahrzeug lösen konnten, muss nun ein Gutachter ermitteln, sagt Polizeisprecherin Dr. Laura Merks.

Lukas Sachs spricht noch am Unfallort mit dem Fahrer des anderen Autos: Der habe erzählt, dass er das Auto gerade erst von dem Hof eines Export-Händlers abgeholt habe: „Und dabei hat ihm der Verkäufer gesagt, dass die Räder frisch draufgezogen worden sind."
Etwa 500 Meter weiter stand das Fahrzeug wieder ohne Räder da.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2021
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare