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Kooperationsprojekt

„Ich lese für Dich!“ Väter lesen für ihre Kinder in der JVA Detmold

Detmold. Im Zuge eines Kooperationsprojekts zwischen dem Rotary Club Detmold-Oerlinghausen und der Justizvollzugsanstalt (JVA) Detmold haben inhaftierte Väter für ihre Kinder gelesen.

„Die Aufrechterhaltung des Kontaktes ist bei einer Inhaftierung für alle Familienmitglieder eine enorme Herausforderung. Unbestritten ist hingegen, dass die Familie ein wichtiger Bestandteil bei der Resozialisierung eines Inhaftierten darstellt. Für Kinder inhaftierter Eltern ist der Verlust eines Elternteils als biographische Katastrophe zu bezeichnen“, erklärt Nina Wiedenhaus vom Sozialdienst der JVA Detmold in einer Pressemitteilung der JVA Detmold. Der Kontakt zur Familie und insbesondere die Bindung der Kinder zum Vater sei daher fortlaufend zu fördern.

Geschenk der Väter an ihre Kinder

Geschenke von den Eltern zu erhalten sei für Kinder, die in intakten Familien leben, zumeist etwas Selbstverständliches. Für Kinder inhaftierter Eltern sei es hingegen etwas ganz Besonderes. „Das Ziel des Projektes ist es, den Vätern zu ermöglichen, ihren Kindern etwas ganz Persönliches zu schenken, um die Vater-Kind-Beziehung zu stärken“, erklären Dr. Winfried Brunner und Dr. Christian Hensen als Vertreter des Rotary Club Detmold-Oerlinghausen.

Bereits seit dem Jahr 2020 findet laut Mitteilung der JVA das Projekt „Ich lese für Dich!“ mit dem Rotary Club Detmold-Oerlinghausen in der JVA Detmold statt: „Die Väter haben die Möglichkeit, aus Büchern, die der Rotary Club zur Verfügung gestellt hat, eine Geschichte auszuwählen. Während die Väter die Geschichte vorlesen, läuft ein Aufnahmegerät. Die Aufnahme wird anschließend bearbeitet und auf eine CD gebrannt, die der inhaftierte Vater seinem Kind oder auch seinen Kindern schenken kann.“

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