Detmold. Saubere Straßen und gepflegte Wanderwege – dies gehört für viele Menschen zur Lebensqualität in ihrer Stadt. In Detmold ist die Stadtreinigung täglich im Einsatz, um genau das sicherzustellen. Doch trotz aller Bemühungen wird der Ruf nach mehr öffentlichen Mülleimern laut – insbesondere in den Ortsteilen und entlang beliebter Ausflugsrouten. Der „Lippe-Check“ zeigt: Viele Bürger wünschen sich Verbesserungen bei der Müllentsorgung. Doch wie gut ist Detmold in dieser Hinsicht tatsächlich aufgestellt? Ein Blick hinter die Kulissen der Stadtreinigung – von kuriosen Fundstücken bis zu den Herausforderungen im Arbeitsalltag. Städtereiniger Heinrich Funke (40) ist zwar erst seit September 2024 im Einsatz, kennt seine Route aber bereits in- und auswendig. Vorher war er bei der Müllabfuhr beschäftigt und ist den Müllwagen gefahren, wie er erzählt. Rund 60 öffentliche Abfalleimer leert er täglich – mit seinem orangenen Multicar fährt er unter anderem zum Bahnhof, durch Teile der Innenstadt, nach Heiligenkirchen und Hiddesen. Aussteigen, Handschuhe anziehen, Müll auf die Ladefläche kippen – und weiter geht es. „Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür, wie oft welcher öffentliche Abfalleimer angefahren werden muss“, erklärt Funke. Besonders die Eimer am Bahnhof müssen täglich geleert werden. Der Füllstand hängt dabei stark vom Wetter ab: „Nach sonnigen Wochenenden sind die Eimer an Teichen oder Wiesen oft brechend voll. Bei schlechtem Wetter ist es deutlich weniger.“ Auch die Abfalleimer in den umliegenden Wäldern gehören zu Funkes Route. Dafür fährt er mit seinem Fahrzeug querfeldein über Wurzeln, Steine und Hügel, mitten durch die Natur. Müllfunde und der erste Arbeitstag nach Silvester Bei der Vielzahl an geleerten Mülleimern kommt so einiges zusammen – auch Kurioses. „Sexspielzeuge gehören tatsächlich zu den häufigeren Fundstücken“, berichtet Heinrich Funke lachend. „Vermutlich schämen sich die Leute und wollen sie anonym entsorgen.“ Doch neben den ungewöhnlichen Funden nehmen auch illegale Müllentsorgungen zu: Bauschutt, Waschmaschinen oder alte Möbel werden einfach in die Natur geworfen. Wenn möglich, beseitigt Funke auch diese Hinterlassenschaften. Illegale Müllentsorgung ist in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit – in schweren Fällen sogar eine Straftat. Wer Müll unerlaubt in der Natur, auf öffentlichen Plätzen oder an Straßenrändern ablädt, muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm der erste Arbeitstag nach Silvester. Überall lagen Überreste von Feuerwerkskörpern und Batterien – einfach auf der Straße. Da seine Kollegen an ihre Kapazitätsgrenzen stießen, half Funke in anderen Bezirken aus. „Von mir aus könnte das Böllern ganz abgeschafft werden, der Umwelt, der Stadtreinigung und den Tieren zuliebe“, sagt er auch als Hundebesitzer. Müll melden per App Über die App „Meldoo“ können Bürger wilden Müll direkt an die Stadt melden. Diese Informationen werden an die zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet. Ein gemeldeter Campingstuhl am Parkplatz Heidental in Hiddesen war bei Eintreffen jedoch bereits verschwunden. „Der wurde wohl schon anderweitig entsorgt“, vermutet Funke. Den Wunsch nach mehr Mülltonnen kann er nur bedingt nachvollziehen. „Vielleicht ein zusätzlicher Mülleimer am Spielplatz an der Brunnenwiese – da liegt in letzter Zeit öfter Müll herum“, räumt er ein. Jugendliche würden sich dort regelmäßig treffen und ihren Abfall auf der Mauer zurücklassen. Arnold Detert von der Abteilung Stadtreinigung und Winterdienst hält die Anzahl der öffentlichen Müllbehälter für ausreichend – auch entlang der Wanderwege. „Was man in den Wald mitnimmt, kann man auch wieder mit nach Hause nehmen“, betont er. Problematisch sei jedoch, dass Bürger zunehmend Hausmüll in öffentlichen Abfalleimern entsorgen – von Elektroschrott über Biomüll bis hin zu Altglas. „Dabei spart man damit ja nicht einmal Geld“, sagt Detert verständnislos. Übrigens: In Detmold können die Bürger jährlich bis zu 2 Kubikmeter Sperrmüll kostenlos zur AGA (Arbeitsgemeinschaft Abfallentsorgung) unter der Adresse Im Fliegerhorst 17+19 abgeben. Den Müll können Sie entweder selbst anliefern oder aber eine Abholung über die AGA anmelden.