Detmold. Ein sonniger Vormittag, das Thermometer zeigt knapp 26 Grad: perfekte Bedingungen für einen Besuch im Freibad. Nachdem die Tore des Freibads Berlebeck-Heiligenkirchen am Sonntag noch geschlossen bleiben mussten, sind am Montag wieder reichlich Badegäste zum Schwimmen an die Paderborner Straße gekommen. Die Detmolder Freibäder müssen in diesem Sommer immer wieder schließen, weil nicht genügend ausgebildete Schwimmmeister zur Verfügung stehen. Bei den Badegästen sorgen die ständigen Änderungen der Öffnungszeiten mitunter für Verwirrung. Lesen Sie auch: Öffnungszeiten, Preise und mehr: Die große lippische Freibad-Übersicht Öffnungszeiten-Wirrwarr in den Detmolder Freibädern: Was Badegäste jetzt wissen müssen Badekultur in Detmold: Vom Postteich zum Freibad Schwarzenbrink Lore und Uwe Kliem fuhren am Sonntag aus der Detmolder Kernstadt zum Berlebecker Freibad, um dort ihre Bahnen zu schwimmen. „Und dann standen wir vor verschlossener Tür“, sagt Uwe Kliem. Das Ehepaar komme bei den sich immer wieder ändernden Zeiten gar nicht mehr mit, meint Gattin Lore: „Für diese Woche haben wir die Öffnungszeiten ja jetzt erst mal.“ Die Stadt Detmold informierte am Ende der vergangenen Woche über ihre Kanäle: Das Berlebecker Freibad öffnet an allen Wochentagen, muss allerdings am Samstag und Sonntag zu bleiben. „Es ist eine ganz traurige Sache, dass die Stadt ihre Bäder nur so knapp bestückt“, findet Uwe Kliem. Enttäuschung und Verständnis halten sich die Waage Martina Bernasco wohnt nur einen Steinwurf vom Freibad Berlebeck-Heiligenkirchen entfernt und hat sich eine Saisonkarte gekauft. Zuletzt war sie durch die Schließungen das ein oder andere Mal gezwungen, ins Freibad nach Hiddesen auszuweichen. „Das musste ich mit der Fahrerei zeitlich erst einmal hinbekommen. Mit dem Kauf der Karte verbinde ich auch eine gewisse Zusicherung.“ Schade seien die Schließungen auch für die Verantwortlichen der Freibadvereine, meint Bernasco: „Deren Arbeit muss man einfach würdigen. Sie machen Jahr für Jahr für die Gäste alles schön - und dann sind die Bäder zu.“ Inge Kowelek nimmt das Öffnungszeiten-Wirrwarr dagegen gelassen: „Als regelmäßige Schwimmerin kenne ich das. Es ist natürlich total schade - auch dass nicht mehr Menschen diesen Beruf ausüben möchten.“ Kowelek sei flexibel, was die Auswahl eines Freibads angeht. Am liebsten komme sie nach Berlebeck, schwimme aber auch gerne in Hiddesen. „Es ist doch toll, dass wir so viel schöne Bäder in Detmold haben. Ich wünsche mir, dass das auch so bleibt.“ Kritiker: Suche nach Personal hätte viel früher starten müssen Auch in den sozialen Medien reagierten viele Menschen auf die Situation. Auf den Seiten der Detmolder Freibäder häufen sich die Kommentare, mal sind sie verständnisvoll, hin und wieder von Unverständnis geprägt. “Man kauft eine teure Karte, um die Vereine zu unterstützen, und die Bäder bleiben geschlossen“, schreibt eine Nutzerin auf der Facebook-Seite des Freibads Hiddesen: „Leider können die Bademeister nichts dafür, die geben immer alles“. Außerdem tragen sie so viel Verantwortung. Andere spekulieren bereits darüber, wie lange sich die Detmolder Stadtverwaltung den Luxus von vier Freibädern im Stadtgebiet noch leisten wird. Im Rathaus beziehungsweise bei der städtischen Beteiligungsgesellschaft DetCon zeigt man sich bemüht, die Lage zu verbessern. Ganz schnelle Abhilfe ist aber noch nicht in Sicht: Zu wenige Fachkräfte stehen zur Verfügung. Ein Problem, das viele Kommunen betrifft. Mehrere neue Stellen sollen jetzt schnellstmöglich besetzt werden. Das vorhandene Personal erhält Schulungen, um besser in anderen Bädern aushelfen zu können. Beides hätte jedoch auch viel früher, im Herbst und Winter, unternommen werden können, meinen Kritiker.