Detmold. Am Hermann kommt aktuell wirklich niemand vorbei. Anlässlich des 150. Geburtstages des Denkmals haben verschiedene Institutionen in Zusammenarbeit ein abwechslungsreiches und vor allem feierliches Programm auf die Beine gestellt – schließlich sind 150. Geburtstage auch nicht alltäglich. Am Freitag hat das große Festwochenende mit der Auflösung der Hermann-Stadtwette und einem tollen Rahmenprogramm auf dem Detmolder Marktplatz begonnen. Die Stadtwette war in den vergangenen Tagen in aller Munde: 150 Menschen mit dem Namen Hermann oder Armin und eine Thusnelda sollten sich am Sonntag, 10. August, am Hermannsdenkmal einfinden. Dass das kein Problem werden dürfte, da waren sich die LZ und der Detmolder Gewerbeverein „Die Händler“ sicher – die Stadt und der Landesverband Lippe wetteten dagegen. Dass es im Kreis Lippe mindestens so viele Menschen mit dem Namen Hermann gibt, davon war schwer auszugehen – ob sie aber auch alle, oder zumindest in ausreichender Menge, auch am Denkmal erscheinen würden, da konnte sich niemand sicher sein. Aber: Auf die Lipper ist Verlass, wenn es um ihren Hermann geht! Lediglich eine Thusnelda, die tauchte nicht auf. Thusnelda fand keinen Parkplatz Als sich Bürgermeister Frank Hilker und Jörg Düning-Gast (Landesverbandsvorsteher) gerade als Sieger der Wette wähnten, kam Thusnelda schimpfend durchs Publikum gestampft. Kein Wunder, dass sie es nicht pünktlich zum Denkmal habe schaffen können, sagte sie - keine Parkplätze in der Stadt, Baustellen über Baustellen und die Busverbindungen seien auch absolut ungeeignet, um solch entscheidende Termine pünktlich wahrnehmen zu können. Nun hatte sie es aber gerade noch geschafft und komplettierte die 225 Hermänner, die für die Wette erschienen waren. Der Sieg ging an Dirk Baldus (Chefredakteur der LZ) und Christian Schmidt (Vorsitzender des Detmolder Gewerbevereins „Die Händler“). „Wenn ich gewusst hätte, dass mit der Thusnelda so getrickst wird, dann hätte ich vielleicht um etwas anders gewettet“, ergänzte Hilker, erbrachte aber trotzdem gern seine Wettschuld, denn schließlich gab es alkoholfreie Detmold-Cocktails, und zwar mit Schirmchen. Bürgermeister wünscht sich Hermann-Lied Der Abend begann mit Gesprächsrunden zu verschiedenen Themen auf der Bühne mit den Gästen Stephan Prinz zur Lippe, Simone Strate, Frank Hilker und Jörg Düning-Gast. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Gruppe „Steckenpferde“ des Heimat- & Verkehrsvereins Pivitsheide – bekannt durch den Pivitsheider Karneval. Der Bürgermeister hatte sich ein Lied wünschen dürfen – etwas mit dem Hermann sollte es sein. Es wurde „Unser Hermann steht im Teutoburger Wald“ von „Die Uissen“ – mehr Hermann geht nicht. Hans-Dieter Buckoh als Vorsitzender der „Steckenpferde“ ernannte Stephan Prinz zur Lippe zum Ehrensteckenpferd, eine lebenslang gültige Eintrittskarte für deren Veranstaltungen gab es gleich mit dazu. Und auch der Bürgermeister musste nicht leer ausgehen. Er erhielt von Buckoh die Sonderausgabe der LZ zum 50-jährigen Bestehen des Hermann aus dem Jahr 1925. Zahlreiche Menschen tummelten sich auf dem Marktplatz, um der Ziehung der Gewinner der Stadtgutscheine beizuwohnen und Ingo Dickewied live zu sehen. Der Sänger komplettierte den gelungenen Sommerabend mit Udo Jürgens größten Hits. „Wir werden Ihnen heute Abend keinen großen Hit schuldig bleiben“, versprach der Lemgoer zu Beginn und sollte sein Wort halten. Immer mehr Menschen kamen auf den Marktplatz, um der Musik zu lauschen. Bei „Griechischer Wein“, „Immer wieder geht die Sonne auf“ oder „Aber bitte mit Sahne“ kam hervorragende Stimmung auf.