<p data-end="418" data-start="85">Detmold. Wer durch die Türen der Lippischen Landesbibliothek tritt, betritt nicht nur ein Haus voller Bücher, sondern ein Archiv der Geschichte. Hier lagern Dokumente, Handschriften und Objekte, die tief in die Vergangenheit Lippes und darüber hinaus blicken lassen. Sie erzählen Geschichten von berühmten Persönlichkeiten, von Alltag und Wissenschaft vergangener Epochen und sind damit für Historiker, Forschende und interessierte Bürger gleichermaßen von großer Bedeutung. Dr. Joachim Eberhardt, Direktor der Bibliothek, erläutert, wie diese einzigartigen Kulturgüter geschützt werden und gleichzeitig der Öffentlichkeit zugänglich bleiben.</p> <p data-end="851" data-start="420">Seit Oktober 2012 lagern die wertvollsten Bestände in einem modernen Magazin, das voll klimatisiert ist. „Wenn die Technik einwandfrei funktioniert, liegen die Dinge bei etwa 50 Prozent Luftfeuchtigkeit und rund 20 Grad Celsius“, erklärt Eberhardt. Das Gebäude ist zusätzlich mit einer Einbruchmeldeanlage sowie einer Brandlöschanlage mit Edelgas ausgestattet. „Wir sind da sicherheitsmäßig recht gut aufgestellt“, beschreibt der Direktor.</p> <p data-end="1542" data-start="853">Die Sammlung umfasst viele einzigartige Stücke, darunter handgeschriebene Briefe von prominenten Persönlichkeiten wie Ernst von Bandel, Ferdinand Freiligrath, Albert Lortzing oder Christian Dietrich Grabbe. „Der kulturhistorisch-ideelle Wert hängt oft davon ab, wie häufig ein Objekt oder ähnliche Objekte sind“, so Eberhardt. Auf dem Antiquariatsmarkt können diese Briefe je nach Bekanntheit mehrere Tausend Euro wert sein.</p> <h2 class="Zwischenzeile">Von der Enzyklopädie bis zu Lortzings Dirigentenstab</h2> <p data-end="1542" data-start="853">Besonders stolz ist die Bibliothek auf die mittelalterliche Naturenzyklopädie von <span class="V9tjod">Jacob van Maerlant: „Der naturen bloeme“ </span>mit rund 500 Illustrationen. „Es gibt nur etwa acht vollständige Handschriften, unsere ist die schönste, weil sie am meisten Bilder enthält“, beschreibt Eberhardt. Ungewöhnlich sind auch Objekte, die über das klassische Bibliotheksgut hinausgehen. So besitzt die Landesbibliothek beispielsweise einen Dirigentenstab, den Albert Lortzing verwendet hat.</p> <p data-end="1542" data-start="853">Die Lippische Landesbibliothek ist eine öffentliche Einrichtung in Trägerschaft des Landesverbands Lippe. Fast die Hälfte des jährlichen Budgets übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. Deshalb steht die Bibliothek im Dienst der Öffentlichkeit. „Prinzipiell ist jedes Stück für die Öffentlichkeit zugänglich, und wir bemühen uns, dass die Stücke über öffentlich zugängliche Kataloge und Datenbanken gut zu finden sind“, betont Eberhardt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung historischer Bestände. In den letzten 15 Jahren wurde viel Energie investiert, um die Objekte digital zugänglich zu machen. „Was digital verfügbar ist, muss in den meisten Fällen nicht mehr in die Hand genommen werden. Digitalisierung macht Bestände nicht nur sichtbarer, sondern dient auch der Bestandserhaltung.“</p> <p data-end="1542" data-start="853">Die Digitalisate werden so aufbereitet, dass sie von der Öffentlichkeit gut nachgenutzt werden können, Bücher und Bilder zum Beispiel als PDF-Download. Persönlich erinnert sich Eberhardt gerne an die Arbeit mit einem Fotoalbum, das der Dorfschullehrer Hans Sprenger im Jahr 1934 anfertigte. Dieses „gibt einen Einblick in eine vergangene Welt“, wie er in einem Weblog-Beitrag schrieb. So gelingt es der Lippischen Landesbibliothek, wertvolle historische Zeugnisse zu bewahren, zu schützen und zugleich für Forschung und Besucher zugänglich zu machen.</p> <p data-end="1542" data-start="853"></p> <p data-end="1542" data-start="853">Lesen Sie auch:</p> <ul><li><a href="https://www.lz.de/lippe/detmold/23803786_Herkunft-von-Zeichnungen-in-Lippischer-Landesbibliothek-bleibt-unklar.html">Herkunft von Zeichnungen in Lippischer Landesbibliothek bleibt unklar</a></li> <li><a href="https://www.lz.de/lippe/detmold/24058830_Drei-Bibliotheken-Detmolder-Bibliotheken-werden-zum-Schauplatz-fuer-Escape-Games.html">Drei Bibliotheken Detmolder Bibliotheken werden zum Schauplatz für Escape Games</a></li> </ul>