Detmold. Das Umsetzen des 40-Tonnen-Trafohäuschens vom Tieflader auf seinen Standort direkt neben der AGA-Einfahrt klappt komplett reibungslos innerhalb von nur zehn Minuten. Punkt 9.55 Uhr steht das Trafohäuschen auf der vorbereiteten Bodenplatte. Es hat einen großen Nutzen: Es wird ab Frühjahr 2026 die elektrische Anschlussleistung des Flugplatz-Gewerbegebiets „Skypark“ vergrößern. Spannender als das Umsetzen waren die umfangreichen Vorarbeiten ab 7.30 Uhr. Um diese Zeit fährt gerade der fünfachsige 250-Tonnen-Autokran vor. Einer seiner drei Begleit-Lkw hat schon mithilfe seines eigenen Krans und daran befestigten Schwerlast-Magneten drei dicke Metallplatten zur Befestigung des Untergrunds vor der Baugrube abgelegt. „Es hat sich hier alles etwas verzögert, weil ein Wohnmobil am Straßenrand etwas ungünstig geparkt ist“, erklärt Stadtwerke-Projektleiter Guido Rellensmann. Das Wohnmobil lässt sich nicht fortschaffen, also zirkelt der Autokran mithilfe seiner fünf einzeln lenkbaren Achsen an ihm vorbei und fährt die Baugrube vorwärts an. Sein Hinterteil ragt weit in die Straße „Im Fliegerhorst“. Es stauen sich die ersten Autos mit Anhänger, die Sperrmüll zur AGA bringen möchten. „So geht das nicht. Die Straße muss frei bleiben“, sagt Rellensmann. Da ist Anforderung der Genehmigung. Gewichte-Puzzle bevor es losgehen kann Also zirkelt der schwere Autokran wieder rückwärts aus seiner „Parklücke“ heraus. Er wird nun quer auf einer Fahrbahnseite vor der Baugrube stehen. Dafür werden dann auch die drei dicken Metallplatten zur Gewichtsverteilung nicht mehr gebraucht. Schließlich steht der Kran nun komplett auf dem Asphalt. Bevor er arbeiten kann, braucht der Autokran aber noch jede Menge Gegengewichte, damit er beim Anheben seiner schweren Last nicht umkippt. Auf der Straße ist der Kran ohne Zusatzgewichte unterwegs. In mehreren zehn bis zwölf Tonnen schweren Stücken sind diese auf zwei Sattelzüge verteilt, von denen der Autokran sie nun herunterhebt und zu einem insgesamt 73 Tonnen schweren großen Gewicht zusammensetzt. Dieses wird hydraulisch mit dem Kranaufbau verbunden. Erst jetzt kann die schwere Trafostation an den Haken genommen werden. Sie wird am Frühjahr eine kleinere - etwa autogroße - Trafostation in der Nähe ersetzen, deren Leistung für das Gewerbegebiet bald nicht mehr ausreichen würde. „Seit etwa einem Jahr verlegen wir 4,8 Kilometer Kabel vom Umspannwerk Spork hierher. Drei Kilometer haben wir schon fertig“, sagt Projektleiter Rellensmann. Das Umspannwerk nahe Schomburg war vorher in etwa 2,5 Jahren Bauzeit von den Stadtwerken komplett neu aufgebaut worden. Wenn alles fertig ist, werden rund 10.000 Meter in der Erde verbuddelt sein, weil es sich auf der gesamten Strecke um zwei Zehn-Kilovolt-Kabel handelt. „Zwei, weil die Umspannstation aus zwei Trafos mit einer Kupplung besteht“, erklärt Rellensmann. So könne man beide bei Ausfällen trennen. „Das wird die Haupt-Umschaltmöglichkeit für das Gewerbegebiet.“ 250.000 Euro lassen sich die Stadtwerke die neue Trafostation kosten. Mit 2,4 Millionen Euro schlägt die Verlegung der Stromkabel (inklusive einer Wasserleitung) zu Buche.