Detmold. Als die Sportlerin und die drei Sportler nacheinander die „Showtreppe“ im Detmolder Rathaus betreten und von Moderator Carsten Lemm begrüßt werden, brandet zum ersten Mal lautstarker Applaus unter den gut 85 Besuchern auf. Der Sportverband Detmold hat in Kooperation mit der Stadt Detmold zu einem Sport-Talk eingeladen. Die Fußballer Sam Schreck (Arminia Bielefeld, 26 Jahre) und Felix Götze (SC Paderborn, 27), der Handballer Adam Nyfjäll (TBV Lemgo Lippe, 33) und die Handballerin Laura Rüffieux (HSG Blomberg-Lippe, 29) bestreiten ein Auswärtsspiel in Detmold. Wobei das Auswärtsspiel ja eigentlich auch ein Heimspiel ist. Denn alle vier Vereine sind Partner des „Heimspiels OWL“, der Anlaufstelle für Breiten- und Spitzensport in der Detmolder Innenstadt. Bürgermeister Frank Hilker nimmt den Ball gleich auf: „Das Heimspiel hat sich etabliert. Ich bin froh, dass alle gesagt haben, wir wollen als Region stark sein.“ Im Moment werde eine erfolgreiche OWL-Sportgeschichte geschrieben, verwies er auf die Tabellensituationen der vier Klubs. Sportverbandsvorsitzender Carsten Lemm hat sich intensiv auf seinen Job als „Talkmaster“ vorbereitet. „Ich habe den Fragenkatalog laufend aktualisiert und das Derby zwischen Paderborn und Bielefeld abgewartet. Da hat es neue Ansätze gegeben“, sagt Lemm. Aber: Ist das Duell der OWL-Fußballklubs in der 2. Bundesliga überhaupt ein Derby? „Die einen sagen so, die anderen so“, will sich Felix Götze nicht festlegen. Während für Sam Schreck klar ist, dass die Partien gegen Preußen Münster auf jeden Fall Derbys sind. In einem kurzweiligen Talk versucht Lemm, viel über die beiden zu erfahren. „Ich war beeindruckt von dem Gespräch mit Mitch Kniat und Michael Mutzel“, erklärt Schreck, warum er zur Arminia gewechselt ist. Er stellt heraus: „Es macht einen stolz, wie wir uns entwickelt haben. Wir haben eine enge Verbindung zu den Fans, es gibt einen engen Austausch.“ Felix Götze gibt zu, dass er es das Spiel spannend gemacht und Bielefeld einen Elfmeter geschenkt habe. Den verwandelten die Arminen zum 3:4. Am Ende blieb es so, die Paderborner hatten allen Grund zum Feiern. „Ich saß etwa eine Stunde im Dopingraum und musste warten, bis ich auf die Toilette konnte“, blickt der Kapitän auf einen kuriosen Samstag zurück. Carsten Lemm spielt den nächsten Fragen-Steilpass und will von Götze wissen, warum er zum SCP gewechselt sei. „Das Wichtigste ist für mich der Spielstil. Ich bin ein spielerischer Typ, hier passt es gut.“ Wenn der Moderator bei der Vorstellung von Laura Rüffieux, Kreisläuferin der HSG Blomberg-Lippe, von der zurzeit besten Frauenhandball-Mannschaft Deutschlands spricht, dann ist das für die Kapitänin noch ungewohnt. „Wir können es selbst noch gar nicht richtig glauben, auf welcher Erfolgswelle wir schwimmen“, sagt sie angesichts von 12:0 Punkten. Sie spricht auch über die „Realität im Frauenhandball“, wenn es mit dem Bus auf lange Fahrten zu Europapokalspielen geht, und sie macht im Werbeblock auf den Winterball am 30. Dezember in der Phoenix-Contact-Arena aufmerksam. Adam Nyfjäll, Kreisläufer des TBV Lemgo Lippe, plaudert über die Handball-Anfänge in seiner schwedischen Heimat und macht den Unterschied zwischen Handball in Skandinavien und in Deutschland deutlich: „Das ist ’was anderes, die deutsche ist die beste Liga der Welt.“ Wie es mit dem Gänsehaut-Moment beim Einlaufen in die Halle aussehe, fragt Carsten Lemm. Nyfjäll antwortet: „Dafür trainiert jeder Sportler. Die Coronazeit hat gezeigt: Ohne Zuschauer macht es einfach keinen Spaß.“ Unterschriften auf Autogrammkarten, Versteigerung von Trikots und Tickets, Selfies, viele Gespräche – für das Quartett ist es ein lockeres Auswärtsspiel daheim gewesen. Gemeinsam mit dem LZ-Redakteur geht es in die Nachspielzeit. Er will noch etwas zur Verbindung zwischen Handball und Fußball wissen. „Handball ist cool, ein schnelles Spiel mit vielen Toren. Ich habe mal Handball trainiert, wobei ich eigentlich immer viel ausprobiert habe“, sagt Sam Schreck. Felix Götze nimmt mit, dass Handballer hart trainieren, und er würde sich gerne mal ein Training ansehen. Und Adam Nyfjäll meint mit einem Schmunzeln: „Beim Warmmachen spielen wir Fußball. Da glaubt jeder Handballer, dass er ein Weltfußballer ist.“